Nach Angaben der Teichwirte können die wirtschaftlichen Einbußen durch den Otter in einzelnen Betrieben bis zu 90 Prozent betragen. Landrat Roland Grillmeier verweist darauf, dass rund die Hälfte aller in Bayern gemeldeten Fischotterschäden aus der Oberpfalz stammen.
Grillmeier rief die Teichwirte erneut dazu auf, sich am engmaschigen Monitoring zu beteiligen, um verlässliche Bestandszahlen zu erhalten. In der Oberpfalz leben derzeit etwa 1.000 Fischotter. Das regionale Monitoring, das vom Landesamt für Umwelt organisiert wird, läuft noch rund sechs Wochen. Alle Informationen dazu stellt die Behörde online zur Verfügung.
Wie massiv die Belastung für die Fischwirtschaft inzwischen ist, schilderte Fischwirt Josef Stier eindrücklich. „Wir haben auf unseren Flächen nachweislich fast 50 Fischotter, die pro Tag mindestens 1,5 Kilogramm Fisch fressen“, sagt er.
Ein wirtschaftliches Beispiel: Ein Karpfen benötigt drei Jahre, bis er marktreif ist. Wenn ein Otter einen Teich „leerfischt“, verschwinden nicht nur die aktuellen Bestände – es gehen gleichzeitig mehrere Jahre Arbeit und hohe Futterkosten verloren.
All diese Sorgen – wirtschaftliche Schäden, der Schutz der Teichwirtschaft und die Frage nach langfristigen Lösungen – wurden dem Bundesumweltminister direkt vor Ort erläutert. Schneider zeigte Verständnis für die Situation der Betriebe.
Damit künftig häufiger Ausnahmen möglich werden, etwa im Rahmen von Entnahmen, könnte das präzise regionale Monitoring ein entscheidender Schritt sein. Denn nur mit belastbaren Zahlen lässt sich klären, ob und wo Eingriffe notwendig sind – und ob der Schuss in Sachen Fischotter-Management endlich in die richtige Richtung geht.
(ls)