Der Europa-Tempel ist vollendet. Nach über 25 Jahren Planung und einem Jahr Bauzeit steht er nun – pünktlich zum Europatag – auf dem „alten Berg“ in Etsdorf und blickt hinunter auf die Europastraße. Wer den Tempel betritt, findet am Boden Infotafeln, die das Konzept des Kunstwerks erläutern. Die umlaufenden Stufen sind dabei kein Treppenaufgang, sondern ein Podest, wie Initiator Wilhelm Koch bei der Eröffnung betont. Statt altgriechischer Säulen tragen 47 identische Eichensäulen das Himmelsdach – jede steht symbolisch für ein europäisches Land. Die Bäume seien bewusst keinem Land zugeordnet, erklärt Koch augenzwinkernd. Falls einer einmal kaputtgehen sollte, könne sich niemand beschweren.
Der Tempel steht nicht allein
Eine begleitende Fotoausstellung zeigt den griechischen Tempel Aphaia – Kochs architektonisches Vorbild. Außerdem ist die große Friedenstaube aus München nach Etsdorf gekommen, sonst bekannt vom Tollwood-Festival. Koch würde sie gern dauerhaft erwerben, wenn genügend Spenden zusammenkommen.
Der Plan und die Ausführung
Aus Kochs ursprünglichem Plan eines massiven Tempels mit Glyptothek ist über Jahrzehnte der Europa-Tempel Etsdorf geworden. Seine Initiative zeigt: Es ist nichts Schlechtes, Pläne weiterzuentwickeln – im Gegenteil. Wenn Menschen zusammenarbeiten, wird vieles möglich.
(ls)