Do., 18.12.2025 , 12:45 Uhr

Weiden

„Deutschlandweites Leuchtturmprojekt“ – neue Medbo-Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie

Die Psychische Gesundheit von Kindern und Jugendlichen ist seit der Pandemie deutlich schlechter als davor – das belegt die sogenannte COPSY-Studie des Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf auch dieses Jahr. Die Folgen der Pandemie selbst würden zwar kaum noch eine Rolle spielen, aber die vielen aktuellen Krisen schlagen sich auch auf die Psyche der Kinder nieder. Für Kinder und Jugendliche, bei denen es so schlimm wird, dass sie professionelle Hilfe brauchen, bieten die medizinischen Einrichtungen des Bezirks Oberpfalz, kurz medbo, bald auch in Weiden stationäre Hilfe an: mit einer neuen Klinik für Kinder- und Jugendpsychiatrie in Weiden.

Die Arbeiten sind schon sehr weit, in rund drei Monaten soll die Klinik eröffnen. Die medbo wollen mit der neuen Klinik das Angebot für Betroffene verbessern. Familien mit Kindern, die wegen psychischer Probleme stationäre Behandlung brauchen, mussten bisher bis nach Regensburg fahren. Nun ist bald auch in Weiden eine stationäre Versorgung möglich – das sei wichtig, sind die Verantwortlichen vom Bezirk überzeugt. „Weil wir es damit geschafft haben, dass die Versorgung im Norden der Oberpfalz genauso gut ist wie im Süden.“, erklärt Bezirkstagsvizepräsident Lothar Höher. „Das war ein großes Ziel von uns. Denn wir wissen, wie schwierig es für Betroffene ist, weit fahren zu müssen.“

Bezirkstagspräsident Franz Löffler unterstreicht das auch mit Zahlen aus der Versorgungsforschung: „Wir kennen eine Faustregel: Wenn die medizinische Einrichtung weiter als 30 Kilometer entfernt ist, dann nimmt die Behandlungswahrscheinlichkeit um 50 Prozent ab.“ Und das gelte bei psychisch erkrankten Kindern und Jugendlichen natürlich besonders, so Löffler.

Von 12 auf 50 Behandlungsplätze gesteigert

Bisher war in Weiden nur eine ambulante Versorgung von Kindern mit psychischen Erkrankungen möglich: In einer Tagesklinik mit 12 Plätzen. Die neue Klinik umfasst nun 32 Betten für eine stationäre Versorgung und 18 Tagesklinik-Plätze.

Manche Kinder müssen nur eine Nacht in der Klinik bleiben – manche aber auch mehrere Monate, abhängig von der Erkrankung. Darauf ist die Klinik bewusst ausgerichtet. Mit einer internen Schule für die kranken Kinder, mit Bewegungs- und Freizeitmöglichkeiten. Das sei wichtig, weil die Klinik für die betroffenen Kinder nicht nur Behandlungsraum, sondern auch Lebensraum ist, erklärt Dr. David Aue, der künftige Chefarzt der Klinik.

„Die Kinder und Jugendlichen sollen sich hier wohlfühlen“, sagt auch medbo-Vorstand Dr. Dr. Hausner. Er bezeichnet die neue Klinik als Leuchtturmprojekt. „Das ist definitiv eine der modernsten Kliniken dieser Art in ganz Deutschland“, so Dr. Hausner.

75 neue Vollzeitstellen in Weiden

Mit der neuen Klinik wollen die medbo auch 75 neue Vollzeitstellen in Weiden schaffen. In Zeiten, in denen es viele Kliniken finanziell schwer haben, manche sogar schließen müssen, eröffnet der Bezirk eine neue Klinik. Insgesamt kostet der Neubau rund 34 Millionen Euro, 24 Millionen davon übernimmt der Freistaat, 10 Millionen zahlt der Bezirk selbst. Die Eröffnung der Klinik ist für April 2026 geplant.

(az)

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