Mo., 18.10.2021 , 09:23 Uhr

Die Tora-Rolle ist zurück

Die wohl älteste Tora-Rolle Süddeutschlands ist zurück in der Oberpfalz. Das ist im Amberger Kongresszentrum und in der Synagoge der Isrealitischen Kultusgemeinde gefeiert worden.

Sie enthält die fünf Bücher Mose, Gesetze und Regeln und ist den Juden heilig. Eine Tora-Rolle, in der all das handschriftlich geschrieben steht, ist etwas ganz Besonderes. Um so größer war die Freude und Überraschung als in Amberg die wohl älteste Tora-Rolle Süddeutschlands aufgetaucht ist. Zu wertvoll um die beschädigte Rolle zu beerdigen, befand der Amberger Rabbiner Elias Drey damals 2015. Was dann folgte, waren eine aufwändige Sanierungsaktion und weite Reisen. Nun ist die Tora-Rolle wieder in Amberg. Das ist am Sonntag groß im Amberger Kongresszentrum und in der Synagoge der Isrealitischen Kultusgemeinde gefeiert worden.

Die 228 Jahre alte Tora-Rolle stammt ursprünglich aus Sulzbach-Rosenberg. Sie hat den Stadtbrand von 1822 überstanden und 1938 die Novemberpogrome. Bei der Auflösung der jüdischen Gemeinde Sulzbach-Rosenbergs ist sie 1934 nach Amberg gebracht worden, wo sie viele Jahrzehnte unentdeckt blieb. Dann ist sie in Israel von dem Rabbiner Isaak Rosengarten saniert und am 27. Januar 2021 im Deutschen Bundestag vollendet worden. Im Beisein der höchsten Vertreter der Republik sind die letzten acht Buchstaben nach den strengen Vorgaben des Judentums geschrieben worden.

Die Rückkehr nach Amberg ist gestern unter der Schirmherrschaft von Landtagspräsidentin Ilse Aigner und im Beisein von namhaften Repräsentanten aus Politik und Judentum bei einem Festakt offiziell gewürdigt worden. Auch mit Blick auf das Jubiläum 1.700 Jahre Judentum in Deutschland und im Rückblick auf 1.000 Jahre jüdisches Leben in der Oberpfalz.

Künftig soll die Sulzbacher Torarolle wieder bei den jüdischen Gottesdiensten in der Amberger Synagoge verwendet werden.

(gb)

2021 Amberg Bayern Elias Dray Festakt Freistaat Bayern gb gbeer Gerhard Beer Gerhard Theo Beer Ignaz Berger Ilse Aigner Israelitische Kultusgemeinde Jüdische Gemeinde Ludwig Spaenle Luhe Mose Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Rabbiner Rettung Sanierung Sulzbach-Rosenberg Thorarolle Tora Rolle Torarolle

Das könnte Dich auch interessieren

16.02.2026 Startschuss für millionenschwere Sanierung der Kümmersbrucker Schulen Mit einem symbolischen Hammerschlag haben die Baubeteiligten die Sanierung der Grund- und Mittelschulen in Kümmersbruck gestartet. Voraussichtlich sechs bis sieben Jahre lang wird in mindestens fünf Bauabschnitten ein modernes Schulzentrum geschaffen, das den bestehenden verschachtelten uneinheitlichen Schulkomplex ablöst. Die Kosten dürften mehr als 20 Millionen Euro betragen, schätzt Bürgermeister Roland Strehl. Für ihn ging mit 30.04.2026 Ein Fluss kehrt zurück zur Natur Nach sechs Jahre Planungs- und Bauarbeit ist die Renaturierung der Vils bei Vilseck im Ortsteil Gressenwöhr durch das Wasserwirtschaftsamt Weiden nun abgeschlossen. „Mit der ökologischen Umgestaltung des Gewässers wird nicht nur der Lebensraum für Fische, Pflanzen und andere wassergebundene Tiere verbessert, sondern auch zusätzlicher Retentionsraum geschaffen – ein wichtiger Beitrag zum Hochwasserschutz und zur Umsetzung 31.03.2026 St. Laurentius in Kürmreuth ist Simultankirche des Jahres Die Kirche St. Laurentius in Kürmreuth bei Königstein ist Simultankirche des Jahres 2026. Im Rahmen einer Feierstunde hat der Förderverein Simultankirchen in der Oberpfalz e.V. die Auszeichnung offiziell verliehen. Bereits seit 2015 vergibt der Förderverein die Auszeichnung „Simultankirche des Jahres“. In diesem Jahr erhält sie die sehr alte Dorfkirche St. Laurentius in Kürmreuth, einem Ortsteil 16.03.2026 Stichwahlkampf in Amberg Stefan Ott, der Oberbürgermeister-Kandidat der CSU in Amberg muss in die erste Stichwahl seit 1952 in Amberg. Er ist der Wunsch-Nachfolger von Oberbürgermeister Michal Cerny (CSU), der nicht mehr zur Wahl angetreten ist. Am 8. März holte Stefan Ott aber nicht die absolute Mehrheit, er bekam 40,8 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent in der Stichwahl