Mit dem Ausbau von Windkraft, Photovoltaik und Batteriespeichern wächst auch die Herausforderung, Stromerzeugung, Netze und Speicher sinnvoll aufeinander abzustimmen. Genau dabei soll der Energienutzungsplan für den Landkreis Amberg-Sulzbach und die Stadt Amberg helfen. Ziel ist es, den Ausbau erneuerbarer Energien gezielt zu steuern und Engpässe im Stromnetz zu vermeiden. Beim Auftakt des Projekts trafen sich dazu Vertreter aus Politik, Kommunen, Netzbetrieb und Energiewirtschaft. Herzstück des Konzepts ist ein sogenannter digitaler Zwilling: Dabei entsteht ein digitales Abbild der Region, in dem unter anderem Daten zur Energieerzeugung, zum Verbrauch und zur kommunalen Wärmeplanung zusammengeführt werden. So sollen künftige Entscheidungen auf einer gemeinsamen Datengrundlage getroffen werden.
200.000 Euro für das Projekt
Vorgestellt wurde das Vorhaben von Markus Brautsch und Maximilian Conrad vom Institut für Energietechnik der OTH Amberg-Weiden. Als Beispiel diente der Landkreis Neustadt an der Aisch-Bad Windsheim, in dem ein vergleichbarer Energienutzungsplan bereits umgesetzt wurde. Angestoßen wurde das Projekt vom Kreistag Amberg-Sulzbach, der dafür im Haushalt 2026 insgesamt 200.000 Euro eingeplant hat. Landrat Richard Reisinger betonte, dass der Ausbau erneuerbarer Energien zwar weiter vorangetrieben werden solle, dieser jedoch geordnet erfolgen müsse.
Fertigstellung innerhalb eines Jahres geplant
Bereits in einem Jahr soll der Energienutzungsplan abgeschlossen sein. Bis dahin werden Energieverbrauch, Stromerzeugung und Netzkapazitäten analysiert sowie Potenziale für den weiteren Ausbau erneuerbarer Energien ermittelt. Kommunen und Netzbetreiber begleiten den gesamten Prozess. Aus dem Teilnehmerkreis kam zudem der Vorschlag, den Energienutzungsplan auf größere Gebiete auszuweiten. Projektleiter Markus Brautsch hält die gewählte Größe aus Landkreis Amberg-Sulzbach und Stadt Amberg jedoch für sinnvoll, da sie den beteiligten Kommunen konkrete Unterstützung bei zukünftigen Planungs- und Genehmigungsfragen bieten könne.
Erste Ergebnisse im Herbst
Im Herbst sollen sich die Beteiligten erneut treffen. Dann soll eine Bestandsaufnahme zeigen, wie Landkreis und Stadt derzeit bei den erneuerbaren Energien aufgestellt sind. Darauf aufbauend werden die nächsten Schritte für die zukünftige Energieversorgung entwickelt.
(kw)