Di., 21.01.2025 , 12:48 Uhr

Auerbach

Ein Leben im Kloster: Warum Natalie und Anne zu den Schulschwestern gegangen sind

Schwester Maria Anne und Schwester Maria Natalie sind Novizinnen bei den Schulschwestern Auerbach. Erst vor Kurzem haben Sie sich für das Leben im Kloster entschieden.

Bei den Auerbacher Schulschwestern entscheiden sich junge Frauen immer wieder für ein Leben im Kloster – in einer Zeit, in der viele Ordensgemeinschaften über Nachwuchssorgen klagen. Schwester Maria Anne und Schwester Maria Natalie sind zwei von fünf Novizinnen, die derzeit diesen Weg gehen. Mit ihrem Gelübde verpflichten sie sich zu einem Leben in Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam. Wir haben die beiden besucht und mehr über ihre Entscheidung und den Alltag im Kloster erfahren.

Ich habe mich in Jesus verliebt“

In etwa einem halben Jahr ist es so weit: Schwester Maria Natalie und Schwester Maria Anne werden bei der sogenannten ersten Profess ihr Gelübde ablegen. Bisher sind die beiden Novizinnen. Das heißt, sie werden mit den Tugenden, Pflichten und Gebeten im Kloster noch vertraut gemacht. Knapp fünf Stunden täglich verbringen sie nur mit dem Gebet. Schon vor ihrem Eintritt in das Kloster waren beide natürlich gläubig, doch im Vergleich zu ihrem früheren Alltag hat sich einiges verändert. Schwester Anne war Grundschullehrerin, Schwester Natalie Augenoptikerin.

Warum entscheidet man sich für solch einen großen Schritt? Schwester Natalie verrät uns, nach ihrer Ausbildung ist sie dem Glauben und Jesus immer näher gekommen. „Dann, könnte man sagen, habe ich mich in Jesus verliebt“. Sie wollte ihm ihr Leben schenken und hat bei den Schulschwestern in Auerbach einen Ort gefunden, an dem sie das tun kann. Schwester Anne ging es ähnlich, auch wenn sie länger mit der Entscheidung gehadert hat. Schon ein Jahr vor ihrem Eintritt war sie zu Besuch im Kloster und entschied sich erstmal dagegen, zu bleiben. Bei ihrem zweiten Besuch war der Beschluss dann aber schnell gefasst.

Ein Tag voller Struktur

Der Alltag der Novizinnen ist geprägt von einer intensiven Verbindung von Glaube und Arbeit. Zum Morgengebet treffen sich die Schwestern schon um 5:15 Uhr. Nach dem Frühstück geht es für viel dann an die Arbeit, entweder im Kloster bei verschiedenen Haushaltsarbeiten oder außerhalb in ihren erlernten Berufen. Als Novizinnen arbeiten Schwester Anne und Schwester Natalie derzeit halbtags – Anne im Kinderhort, Natalie in der Grundschule. Zudem steht die spirituelle und theoretische Ausbildung im Fokus. Bei der täglichen Lesung sitzen die Novizinnen quasi wieder selbst an der Schulbank.

Für Hobbies bleibt wenig Zeit. Beide spielen Instrumente und freuen sich, wenn sie in einer freien Minute mal üben können. Der Alltag als Auerbacher Schulschwester ist anspruchsvoll, aber erfüllt, sagen die beiden. „Es ist eine sehr starke Schule für einen selber“, verrät Schwester Anne. Hier lerne man sich selbst richtig kennen. Die ein oder andere Sache aus ihrem früheren Leben vermissen viele Schwestern natürlich – doch ihr Leben voll und ganz dem Glauben widmen zu können, mache das eindeutig wett.

(sb)

Auerbach Christentum Gebet Glaube Kirche Kloster Nonnen Noviziat Novizin Novizinnen Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Religion S. M. Theresia Hauthaler Schulschwestern Schulschwestern Auerbach Schwester Maria Anne Schwester Maria Natalie Schwestern Simon Bauer

Das könnte Dich auch interessieren

28.10.2025 Nacht der offenen Gotteshäuser: Eine Chance zum Kennenlernen Vorurteile abbauen und einander kennenlernen: das war das große Ziel der Nacht der offenen Gotteshäuser in Amberg. Zehn religiöse Gemeinschaften öffneten ihre Türen und luden Interessierte dazu ein, Einblicke in ihre Rituale, Räume und Traditionen zu gewinnen. Ob Synagoge, Moschee oder Kirche – überall waren an diesem Abend Menschen bereit, den Gästen ihre Glaubensrichtung vorzustellen. 13.03.2026 Evangelischer Gottesdienst aus Neustadt an der Waldnaab Die evangelische Andacht am Sonntag kommt aus der Martin-Luther-Kirche in Neustadt an der Waldnaab. Pfarrerin Heidi Gentzwein und Religionspädagogin Gabi Mehlan gestalten sie zum Thema des ökumenischen Weltgebetstages. Den Gottesdienst sehen Sie am Sonntag, dem 15. März 2026 um 10:30 Uhr auf OTV und OTVA. 13.03.2026 Das wollen die Stichwahlkandidaten in Auerbach und Vilseck umsetzen Seit 18 Jahren sitzt Joachim Neuß auf dem Chefsessel des Rathauses in Auerbach. Doch bei der Kommunalwahl hat er einen Dämpfer hinnehmen müssen: Er bekam 33,1% der Stimmen – nur rund halb so viel wie 2020. Neuß hatte mit mehr gerechnet – aber er führt das schlechte Ergebnis darauf zurück, dass es in letzter Zeit 11.02.2026 Gemeinsame Andacht in der Basilika Waldsassen Gemeinsame Andacht der beiden katholischen Pfarrgemeinden St. Johannes Evangelist aus Waldsassen und St. Nikolaus aus Cheb. Die Gläubigen haben in der Basilika an die Rettung des sogenannten Geschändeten Heilands vor 75 Jahren erinnert. Die Christusfigur wurde 1951 von tschechischen Soldaten fast über einem Lagerfeuer verbrannt, doch ein bayerischer Polizist rettete den Heiland. Seitdem ist die