Das war der emotionalste Moment des gestrigen Wahlabends. Stefan Ott, Oberbürgermeisterkandidat der CSU, kämpft mit den Tränen. Es zeigt, wie viel Druck im Wahlkampf steckt. Mit 40,8 Prozent ist Ott auch längst nicht durch – er muss in die Stichwahl. Das hat es in Amberg zuletzt 1952 gegeben – also vor 74 Jahren!
Das Ergebnis in Amberg ist durchaus überraschend. Zwar hatten auch die Grünen, die SPD und die ÖDP auf eine Stichwahl gehofft, alleine weil es mit sieben OB-Kandidaten so viele wie noch nie in Amberg gab. Aber dass Michael Fritz von den Freien Wählen als bisher unerfahrener Politiker mit 13,8% in die Stichwahl darf, hat überrascht. Auch ihn selbst. Seine Erklärung für den Erfolg ist auch die Arbeit vom Landtagsabgeordneten der Freien Wähler aus Amberg, Bernhard Heinisch.
Sechs Stichwahlen
Sichtlich erleichtert war dagegen Landrat Richard Reisinger. Seit 2008 führt er bereits den Landkreis Amberg-Sulzbach. Mit 63,8 Prozent verliert er zwar 10,5 Prozentpunkte – genauso viel wie die AfD aus dem Stand heraus holt. Aber er hatte Schlimmeres befürchtet.
In den Kommunen des Landkreises Amberg-Sulzbach gab es dagegen durchaus viele Überraschungen. Manch amtierende Amtsinhaber sind abgewählt: Peter Achatzi von der CSU muss in Neukirchen Christian Beyer von der SPD weichen. Susanne Lindner von der CSU verdrängt in Gebenbach Peter Dotzler von den Freien Wählern vom Bürgermeistersessel. Und Florian Junkes von der CSU hat in Hohenburg gegen Robert Jung von der Unabhängigen Wählergemeinschaft verloren. Dazu kommen im Landkreis sechs Stichwahlen – in Auerbach, Vilseck, Hirschau, Ursensollen, Kümmersbruck und Freudenberg.
Die Kommunalwahl geht also für viele Wähler in die Verlängerung. Und der Wahlkampf der Kandidaten…
(mz)