Do., 25.06.2026 , 16:11 Uhr

Wackersdorf

Eine Kommune will Spitzenstandort bleiben – Vernetzung bei der Wirtschaftsrunde Wackersdorf

Bei einer sogenannten Wirtschaftsrunde hatten Wackersdorfer Unternehmer Gelegenheit, sich zu vernetzen. Außerdem stand der geplante Technologie Campus Schwandorf im Mittelpunkt der Vorträge.

Einst war Wackersdorf eines der größten Braunkohleabbaugebiete Bayerns – heute ist es ein moderner Wirtschaftsstandort mit großen Unternehmen wie Sennebogen Maschinentechnik. Das Unternehmen ist nach BMW der zweitgrößte Arbeitgeber der Gemeinde und war nun der Gastgeber für die Wackersdorfer Wirtschaftsrunde 2026.

Dank großer Firmen wie dieser zähle Wackersdorf zu den wirtschaftsstärksten Orten Bayerns, das betont Bürgermeister Thomas Falter bei dem Netzwerktreffen. „Wir haben fast 5.800 Arbeitsplätze und damit mehr als wir Einwohner haben. Das ist schon ein Pfund, mit dem man wuchern kann.“, so Falter gegenüber OTV. Mit einer Steuerkraft von 2.705 Euro pro Wackersdorfer liege der Ort auf Platz 65 von 2.031 Kommunen in Bayern. Damit das so bleibt, müsse man aber auch einiges dafür tun: besonders wichtig sei gegenseitiger Austausch und Vernetzung, erklärt der Bürgermeister.

Unterstützung beim Weg in die Zukunft

Genau dafür sei auch die Wirtschaftsrunde wichtig, die die Gemeinde alle zwei Jahre organisiert. Diesmal steht besonders eines im Vordergrund: Der geplante Technologie Campus Schwandorf. Ein gemeinsames Projekt des Landkreises Schwandorf und der Ostbayerischen Technischen Hochschulen Regensburg und Amberg-Weiden. Der Technologie Campus soll in einem neuen interkommunalen Gewerbegebiet von Wackersdorf, Schwandorf und Steinberg am See entstehen, für das wenige Stunden vor dem Netzwerktreffen der Spatenstich gesetzt wurde.

Das Ziel des Millionenprojekts Tech Campus: Wissen aus den Hochschulen in die Unternehmen bringen. In welchen Bereichen der Tech Campus künftig Unternehmen unterstützen soll, stellen bei der Wirtschaftsrunde mehrere Referenten der beiden Hochschulen vor: zum Beispiel beim Thema Energieversorgung oder Kreislaufwirtschaft.

„Unternehmen müssen sich mit ihrer Energieversorgung beschäftigen“

Prof. Oliver Brückl, Ingenieur an der OTH Regensburg und einer der wissenschaftlichen Leiter des Tech Campus, macht bei seinem Vortrag deutlich: Die Energielandschaft hat sich massiv verändert. War der Strompreis früher relativ günstig und unterlag keinen großen Schwankungen, hat sich das seit dem Ukrainekrieg komplett geändert. Da gebe es auch keinen Weg zurück, darauf müssten sich Unternehmen einstellen. „Das kann dann aber auch einen Wettbewerbsvorteil mit sich bringen“, betont er.

Wettbewerbsvorteile, die wichtig sind in der aktuell angespannten Wirtschaftssituation. An der schwierigen großpolitischen Lage könne die Gemeinde Wackersdorf zwar nichts ändern – trotzdem will sie mit Investitionen, zum Beispiel in die Infrastruktur, helfen, ihre Unternehmen möglichst gut durch die Krise zu bringen.

(az)

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