Mo., 02.02.2026 , 16:08 Uhr

Kemnath

Einsatzkräfte trainieren für Amoklage an Kemnather Realschule

Große Amok-Übung der Polizei an der Kemnather Realschule. Einsatzkräfte von mehreren Polizeidienststellen haben gemeinsam für den Fall trainiert, dass ein Gewalttäter in der Schule unterwegs ist.

Ausnahmezustand an der Realschule in Kemnath. Die Polizei trifft mit einem Großaufgebot ein, bewaffnete Einsatzkräfte rücken ins Schulgebäude vor. Die Schule ist leer – denn zum Glück handelt es sich bei dem Einsatz nicht um einen echten Amoklauf, sondern nur um eine Polizeiübung.

„Wir hatten für die Übung das Szenario, dass ein Täter in die Realschule eingedrungen ist und mehrere Personen verletzt hat“, erklärt Jonas Krauß, Sprecher beim Polizeipräsidium Oberpfalz. „Wir sind mit mehreren Teams in das Gebäude gegangen. Der verletzte Täter wurde dann festgenommen und nach draußen gebracht.“

Die Polizeidienststellen aus Kemnath, Tirschenreuth und Eschenbach sowie die zentralen Einsatzdienste sind an der Übung beteiligt. Das sei enorm wichtig, um die Zusammenarbeit über Dienststellen hinweg zu trainieren, so die Polizei. Denn im Ernstfall soll natürlich alles reibungslos laufen – auch wenn solche Ernstfälle zum Glück nicht oft eintreten. „Solche Einsätze sind nicht an der Tagesordnung.“, beruhigt Krauß. „Aber wir wollen auch für so etwas gewappnet sein“.

Panik unter den Schülern vermeiden

Die Jugendlichen sind zum Zeitpunkt der Übung bereits fast alle Zuhause – das ist auch so beabsichtigt. Die Schule bereite sich zwar auf solche potenziellen Gefahrenlagen vor, aber nicht gemeinsam mit den Schülern, erklärt Schulleiter Holger König. „Amoklagen kann man eigentlich nicht üben. Das ist immer eine Situationsentscheidung. Das übt man nicht mit Schülern, weil das Panik oder Unsicherheit hervorrufen würde.“, so König. Die Schulleitung und die Lehrkräfte würden auf solche Situationen aber vorbereitet.

Die Realschule in Kemnath wurde erst vergangenes Jahr neu eröffnet. Sie ist daher mit modernster Technik ausgestattet. Das ist auch in solchen Gefahrenlagen von Vorteil. Bei Auslösung des Amok-Alarms werden automatisch alle Rollläden heruntergefahren und es verschließen sich die Klassenzimmer. Eine Durchsage tönt über das ganze Schulgelände: „In unserer Schule ist ein Gewalttäter unterwegs. Bitte jetzt Ruhe bewahren. Bleiben Sie im Zimmer und sperren Sie sich ein. Gehen Sie weit weg von der Tür. Hilfe kommt. Die Polizei ist alarmiert.“

Amokdrohungen auf der Schultoilette

Vor kurzem haben Amok-Drohungen an Schulen in Vilseck und Hahnbach für Aufregung gesorgt. Letztendlich stellten sich die Schmierereien in den Schulklos als schlechte Scherze von Schülern heraus. Doch die Polizei wird auch in solchen Fällen aktiv. „Wir nehmen jeden Fall sehr ernst. Deswegen binden wir auch immer die Kriminalpolizei ein und schauen, was steckt da dahinter.“, so Jonas Krauß vom Polizeipräsidium.

Die Einsatzkräfte gehen an diesem Nachmittag mehrere Übungsabläufe durch. Am Ende zieht die Polizei eine positive Bilanz. Der Tag habe gezeigt, wie wichtig ortsübergreifende Übungen sind.

(az)

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