Im Thumbach bei Kirchenthumbach wurden deutlich erhöhte PFAS-Werte gemessen. Die Konzentration dieser sogenannten „Ewigkeitschemikalien“ überschreitet den zulässigen Höchstwert bereits wenige Kilometer nach der Quelle um das Dreifache. PFAS stehen unter Verdacht, Krebs und Leberschäden zu verursachen. Naturschützer, Anwohner und weitere Stellen fordern nun mehr Aufklärung über die Ursachen.
Angelverbot bei der Army
Besonders im Fokus steht der nahegelegene Truppenübungsplatz Grafenwöhr. Die US-Army hat dort kürzlich ein Angelverbot für mehrere Gewässer verhängt, darunter auch den Thumbach. Als Grund nennt sie erhöhte PFAS-Belastungen, doch die letzten offiziellen Messungen liegen bereits zwei Jahre zurück.
Für Reinhold Wilterius vom Bund Naturschutz wirft das Fragen auf. Warum das Angelverbot erst jetzt erlassen wurde und wie hoch die Belastung wirklich ist, sei unklar. Auch außerhalb des Truppenübungsplatzes wurden bislang keine neuen Maßnahmen angeordnet. Das Landratsamt verweist darauf, dass das Trinkwasser unbedenklich sei und man mit Fachstellen über das weitere Vorgehen berate.
Löschschaum oder Pestizide?
Als mögliche Ursache gilt unter anderem PFAS-haltiger Löschschaum, der früher auf dem Truppenübungsplatz eingesetzt wurde. Die Grünen-Landtagsabgeordnete Laura Weber hält das für einen wichtigen Faktor. Aufgrund der schon vor dem Übungsplatz erhöhten Werte müssten allerdings auch andere mögliche Quellen, etwa Pestizide in der Landwirtschaft, untersucht werden.
Die Suche nach den Ursachen ist bislang offen. Das Landratsamt lehnt neue Messungen ab, da es nicht in seinen Zuständigkeitsbereich fallen würde und finanziell unrealistisch wäre. Wir verfolgen das Thema weiter und informieren, wenn neue Informationen ans Licht kommen.
(sb)