Nicht mit Wasser, sondern mit Sekt wurde die Bayerische Pflanze des Jahres getauft – und zwar auf den Namen Feenstaub. Bei der Gärtnerei Baumer in Oberviechtach hat Bayerns Heimatminister Albert Füracker das Amt des Taufpaten übernommen. Das Zauberglöckchen soll ab Ende April bei rund 200 Gärtnereien in Bayern erhältlich sein.
„Es ist eine Calibrachoa, in Deutschland sagen wir Zauberglöckchen dazu“, stellt Bernd Fischer die Pflanze vor. Er ist Bezirksvorsitzender beim Bayerischen Gärtnereiverband. Zauberglöckchen sind eine Mini-Petunienart, die sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten stark verbreitet hätten, so Fischer.
Die Sorte sei wegen ihres schönen Farbverlaufes ausgewählt worden, so Ulrike Baumer von der Gärtnerei Baumer in Oberviechtach weiter. „Sie sieht fast aus wie ein Feenröckchen. Das schöne ist, sie produziert viele Blüten, und zwar bis zum Frost im Herbst.“
„Kunden überlegen sich zweimal, ob sie etwas wirklich kaufen“
Seit rund 20 Jahren wählen die Bayerische Gärtner jährlich eine Pflanze des Jahres und wollen damit auf die Pflanzenvielfalt in den Bayerischen Gärtnereien hinweisen. Heimatminister Füracker ist bereits zum zweiten Mal Taufpate. „Es ist eine große Ehre“, erklärt er.
Bei einem Rundgang lernte Füracker auch den Betrieb der Familie Baumer in Oberviechtach kennen. 26 Mitarbeiter und 6.500 Quadratmeter Fläche gehören zu dem gut 60 Jahre alten Familienbetrieb. Die Folgen der kriselnden Wirtschaft spüre man auch hier, erzählt Geschäftsführerin Ulrike Baumer. Kunden würden aktuell doch zweimal nachdenken, bevor sie etwas in den Einkaufswagen legen.
„Es geht schon noch“, beschreibt Bernd Fischer die wirtschaftliche Lage der Gärtnereien. „Wir sind nicht mehr im Höhenflug.“ Vor allem die hohen Energiepreise, hohe Löhne und fehlendes Personal machten den Gärtnereien zu schaffen.
Auf sich und ihr Sortiment aufmerksam machen wollen die Bayerischen Gärtner am 25. April, dem Tag der offenen Gärtnerei. Ab diesem Tag wird das Zauberglöckchen Feenstaub dann auch überall erhältlich sein.
(az)