Fr., 19.09.2025 , 11:25 Uhr

Schnaittenbach

Fluch und Segen zugleich? Auswirkungen von lokalen Waldbränden

Für den Mensch meist eine Katastrophe, für die Natur unter Umständen heilsam. Der Betriebsleiter des Forstbetriebs Schnaittenbach Philipp Bahnmüller hat uns zwei Brandstellen gezeigt und erklärt, wie sich das Feuer auf den Wald ausgewirkt hat.

Der Forstbetrieb Schnaittenbach der Bayerischen Staatsforsten erstreckt sich vom Hessenreuther Wald, über die Dolomitkuppen des Fränkischen Jura und die Granitausläufer des Oberpfälzer Waldes, bis in die Moore des Weidener Beckens. In der Nähe von Schnaittenbach haben wir Philipp Bahnmüller getroffen, den Betriebsleiter des Forstbetriebs Schnaittenbach. Er hat uns zu einer Stelle geführt, an der es im Juni dieses Jahres gebrannt hat.

Auf knapp 1.000 Quadratmeter, also eher punktuell. Das Feuer wurde damals durch die Luftüberwachung schnell entdeckt und dementsprechend früh unter Kontrolle gebracht. Und genau das seien bislang auch die Waldbrände, mit denen wir uns in der Oberpfalz befassen müssten. Kleine und begrenzte Brände, die in der Form kein allzu großes Problem darstellen.

„Wir hatten noch kein großes Feuer, aber diese Art von Bränden sind im Sommer inzwischen nichts mehr außergewöhnliches. Meistens hat es mit menschlichen Handeln zu tun. Die berühmte Zigarettenkippe oder unsachgemäß entsorgte Grillkohle.“

Eine genaue Statistik wie viele Brände auf welcher Fläche dieses Jahr aufgetreten sind, führe der Forstbetrieb Schnaittenbach nicht. Was aber feststeht: Die Zahl der Brände ist in den vergangenen Jahren durch die vermehrte Trockenheit deutlich gestiegen.

Die Folgen von einem solchen Brand müssen aber nicht zwingend negativ sein. Solange die Schäden an den Bäumen nur äußerlich sind und für die Pflanzen und Sträucher auf dem Boden kann der Brand sogar positive Auswirkungen haben.

„Hier haben wir einen Standort der relativ nährstoffarm und von Sand geprägt ist. Wenn jetzt der Humus der sich hier auf dem Boden sammelt und sich eigentlich nur sehr langsam zersetzt, durch ein Feuer sehr schnell umgesetzt wird, wirkt das für den Boden wie Dünger.“, erklärt Philipp Bahnmüller.

Das zeigt sich auch gut an einer zweiten Brandstelle in der Nähe von Freudenberg, die uns der Betriebsleiter des Forstbetriebs Schnaittenbach zeigt. Dort habe man zwar die betroffenen Bäume fällen müssen, weil sie auch tiefergehenden Schaden genommen hatten, die restliche Vegetation hat sich aber inzwischen selbstständig regeneriert. Drei Jahre ist das Feuer her und inzwischen erinnern nur noch vereinzelt verkohlte Baumstümpfe an den Brand.

„Man sieht hier sehr schön, dass sich die Baumarten die hier rundherum stehen verjüngt haben. Sie haben natürlich ausgesamt und wachsen jetzt hier.“

Ein Eingreifen des Forstbetriebs sei hier nicht nötig, das regelt die Natur von ganz allein.

Abschließend lässt sich also sagen: Waldbrände sind in der Oberpfalz noch kein großes Problem. Die zunehmende Trockenheit erhöht aber auch bei uns die Gefahr. Ein Mittel dem gegenzusteuern ist der Waldumbau, weil Laubbäume mehr Schatten spenden und dadurch der Waldboden langsamer austrocknet. Das dauert aber natürlich. Für den Moment ist schon viel geholfen, wenn sich im Wald jeder achtsam verhält.

(ac)

Asche Baum Baumstumpf Bayerischer Staatsforst Brand Dünger Feuer Forstbetrieb Forstbetrieb Schnaittenbach Förster Humus Laubbaum Nadelbaum Natur Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Philipp Bahnmüller Regeneration Trockenheit; Waldumbau Wald Waldbrand Waldbrandbilanz

Das könnte Dich auch interessieren

04.05.2026 Feldbrand im Vilstal Keinen größeren Schaden hinterließ ein Feuer das am Donnerstag mittag auf dem ehemaligen Bahndamm zwischen Ziegelhütte und Rieden gemeldet wurde. Dort waren etwa 300 Quadratmeter Wiesenfläche sowie eine wildgewachsene Hecke betroffen. Durch das schnelle Eingreifen der Feuerwehren Ensdorf und Schmidmühlen konnte der Brand zügig unter Kontrolle gebracht und gelöscht werden. Feuerwehr und Polizei weisen darauf 05.05.2026 300 Einsatzkräfte im Großeinsatz: Waldbrand bei Schwarzach Zu einem Großeinsatz mussten gestern rund 300 Einsatzkräfte ausrücken. Rund 5000 Quadratmeter Wald waren zwischen Altendorf und Schwarzach in Brand geraten. Die Nachlöscharbeiten waren wegen der steilen Hanglage an der Staatsstraße besonders anspruchsvoll und erforderten hohen Personal- und Materialeinsatz. Spezielle Waldbrand-Ausrüstung kam zum Einsatz. Zur Brandursache gibt es bislang keine Erkenntnisse, die Polizei Nabburg ermittelt. 16.02.2026 Naherholungsgebiet Obere Wagensass gesperrt – Waldpflegemaßnahmen von den Bayerischen Staatsforsten 50 bis 100 Bäume in einer Stunde können moderne Harvester fällen. Eine beeindruckende Geschwindigkeit, wenn man bedenkt, welch harte und langwierige Arbeit solche Baumfällarbeiten früher waren. Auch wenn Fällarbeiten heute also sehr zeiteffizient sind, dauert es trotzdem eine Weile, bis ein Waldstück durchforstet ist. Deswegen ist der Wald im Naherholungsgebiet der Oberen Wagensass in Sulzbach-Rosenberg 19.11.2025 Waldumbau im Fokus: Studenten untersuchen Wurzeln in Neunburg Wenn sich morgen der „Bodentag“ in Neunburg vorm Wald ganz dem Wert gesunder Böden widmet, haben einige der Gäste bereits intensive Vorarbeit geleistet: Studenten des Forstingenieurwesens von der Hochschule Weihenstephan-Triesdorf. Vor Ort im Stadt- und Spitalwald in Neunburg vorm Wald haben sie sich ein Bild des Waldbodens gemacht, Wurzeln untersucht und herausgefunden, wie gut der