Do., 28.07.2022 , 16:01 Uhr

Schwandorf

Folgen des Ukraine-Krieges auf Horsch Maschinen

Horsch Maschinen aus Schwandorf hat enge Wirtschaftsbeziehungen in die Ukraine und nach Russland – das Unternehmen musste nach Kriegsbeginn schnell reagieren, um Umsatzeinbußen zu entgehen.

Standorte in neun verschiedenen Ländern – das Unternehmen Horsch Maschinen aus Schwandorf ist international aufgestellt und vernetzt. Das kann ein großer Vorteil sein. Nach dem Kriegsausbruch in der Ukraine trieb es allerdings auch Sorgenfalten auf die Stirn der Geschäftsführung. Denn Osteuropa war einer der Hauptexportmärkte des Herstellers von landwirtschaftlichen Maschinen.

70 Prozent der Maschinen aus den Werkshallen in Schwandorf gingen nach Osteuropa – zumindest bis zum Ukraine-Krieg war das so. Dann war eine schnelle Reaktion gefragt, um Umsatzeinbußen zu verhindern. Das Unternehmen stellte seine Produktion um. Statt Maschinen für den osteuropäischen Markt zu fertigen, wird nun der westliche Markt bedient.

Keine Umsatzeinbußen

Befürchtete Umsatzeinbußen seien deshalb ausgeblieben, erklärt Geschäftsführer Michael Horsch. Das Problem sei nicht, dass durch den Krieg Umsätze aus dem Osten wegbrechen – das Problem sei viel mehr, dass Teile für die Produktion nicht geliefert werden können und dass Fachkräfte fehlen.

Etwa 70 Fachkräfte sucht das Unternehmen am Standort in Schwandorf, rund 200 im ganzen Firmenverbund. Dieses Problem spiegele sich am gesamten Arbeitsmarkt wider, erklärt Bernhard Lang, der Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Schwandorf. Im Agenturbezirk werden circa 7000 Fachkräfte gebraucht.

Geflüchtete Fachkräfte können Problem nicht lösen

Gleichzeitig sind etwa 1000 Menschen aus der Ukraine in der Region als arbeitslos gemeldet. Darunter seien Menschen aller Branchen und Qualifikationen: schließlich sei dort jeder von dem Krieg aus dem Leben gerissen worden – unabhängig vom Beruf, erklärt Bernhard Lang, Geschäftsführer Operativ der Agentur für Arbeit Schwandorf. Arbeitsstellen seien für diese Menschen zwar theoretisch da – aber eine große Barriere sei die Sprache, erklärt Bernhard Lang. Deshalb konzentrieren sich die Jobcenter auch darauf, Sprachkurse für die Geflüchteten zu anzubieten. Trotzdem: Das Fachkräfteproblem können die Geflüchteten nicht auffangen, betont Lang.

Horsch unterstützt Mitarbeiter in der Ukraine

Das Problem der fehlendes Exporte nach Osteuropa konnte Horsch immerhin lösen. Das Unternehmen hat auch einen Service-Standort nahe Kiew. Für die 35 Mitarbeiter dort laufe die Arbeit mehr oder weniger normal weiter. Sie haben außerdem seit dem Krieg eine Zusatzaufgabe: Sie leisten humanitäre Hilfe für die Menschen in ihrer Region und werden dafür vom Unternehmen auch mit Geldern und Sachspenden ausgestattet. Horsch hat dafür auch eine eigene Stiftung, in die etwa 10 % des Gewinnes fließen.

(az)

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