Mo., 09.09.2024 , 16:41 Uhr

Amberg

Frau kämpft um ihre Freiheit

Wann darf ein Mensch weggesperrt werden? Diese Frage wird seit heute vor dem Landgericht in Amberg aufgeworfen. Es geht um die Sicherungsverwahrung einer Mieterin, in deren Wohnung es vor zwei Jahren gebrannt hat.

Vor der Großen Strafkammer des Landgerichts in Amberg ist heute ein Sicherungsverfahren gegen eine 48-jährige Ambergerin eröffnet worden.

Es geht um einen Vorfall in einem Mietshaus, in dem die Frau gewohnt hat. Am 21. Dezember 2022 gab es hier einen Großeinsatz der Feuerwehr, nach dem es im Badezimmer ihrer Wohnung zu einem Brand mit starker Rauchentwicklung gekommen war.

Wenn ein Mensch sehr gefährlich ist, dann darf er in eine geschlossene Anstalt zwangseingewiesen werden. Das dient dem Schutz der Allgemeinheit. Seit einem halben Jahr sitzt die Ambergerin nun in einer psychiatrischen Klinik und kämpft derzeit mit zwei Anwälten darum, dass diese einstweilige Unterbringung aufgehoben wird. Ihr sei lediglich daheim eine Weihnachtskerze umgefallen, begründet sie den Zimmerbrand.

Brandermittler hatten damals auch nicht Gegenteiliges feststellen können, sodass nach Abschluss der Untersuchungen die Ermittlungen eingestellt wurden.

Doch der Vermieter (68) hat interveniert und mit Unterstützung der Staatsanwaltschaft erreicht, dass die Frau doch sanktioniert wird.

Nach dem Brand habe sie ihm gegenüber verdächtige Äußerungen gemacht, gab der Privatier heute im Zeugenstand an, was sie gesagt habe, daran könne er sich aber im Wortlaut nicht mehr erinnern.

Der Anwalt für Menschenrechte, Dr. David Schneider-Addae-Mensah aus Karlsruhe, kritisiert diese Vorgehensweise. Eine Unterbringung wegen einer schlimmstenfalls fahrlässigen Brandstiftung sei völlig unverhältnismäßig, argumentiert er Anwalt zusammen mit seinem Amberger Anwalts-Kollegen Jörg Jendricke.

Insgesamt sind drei Verhandlungstage angesetzt, geplant ist, den Prozess morgen fortzusetzen.

(gb)

2024 Amberg Bayern Dr. David Schneider-Addae-Mensah Elke Escher Erste Große Strafkammer Landgericht Amberg gb gbeer Gerhard Beer Gerhard Theo Beer Jörg Jendricke Luhe Menschenrechte Oberpfalz Oberpfalz TV Oberstaatsanwalt Tobias Kinzler OTV Prozess fahrlässige Brandstiftung Psychiatrie Sicherungsverfahren TV Bayern live Zwangseinweisung

Das könnte Dich auch interessieren

20.02.2026 Spektakulärer Bandenprozess Unter schweren Sicherheitsvorkehrungen ist heute in Amberg der Prozess gegen eine mutmaßliche Waffen- und Drogenbande eröffnet worden. Angeklagt sind fünf Männer im Alter zwischen 39 und 48 Jahren, die sich zu einer kriminellen Vereinigung zusammengeschlossen haben, um an Geld zu kommen. Sie sollen mit Drogen und Kriegs-Waffen gehandelt haben und durch Raub, Einbruch und Diebstahl 06.03.2026 Tanktourismus nach Tschechien nimmt zu Seit dem Angriff auf den Iran weitet sich die Krise aus. In Deutschland merken vor allem die Autofahrer die Auswirkungen des Krieges. Noch immer steigen die Preise für Benzin und vor allem für Diesel an. Die Zwei-Euro-Marke ist für beides bereits überschritten. Im oberpfälzer Grenzgebiet steigt deshalb der Tanktourismus stark an. Deutschland hat andere Steuern 23.02.2026 Beweisaufnahme im Amberger Bandenprozess Am zweiten Tag im Bandenprozess vor dem Landgericht Amberg ist heute die Beweisaufnahme eröffnet worden. Durch Mitschnitte von Abhöraktionen und Zeugenvernahmen soll in den kommenden Wochen und Monaten herausgefunden werden, ob die Vorwürfe der Staatsanwaltschaft zutreffen. Die Staatsanwälte Silvia Schatz und Philipp Roggenhofer werfen fünf Männern aus den Landkreisen Amberg-Sulzbach und Schwandorf vor, eine kriminelle 16.02.2026 Weidener Demokratie-Erklärung Kommunalwahlkamp einmal anders: Einen Tag lang haben die Kandidaten von acht der neun Stadtratslisten in Weiden nicht gegeneinander gekämpft, sondern miteinander. Nur die AfD war nicht dabei. Kandidaten der SPD, CSU, des Bündnisses90/Die Grünen, der Bürgerliste Weiden, der FDP, der Freien Wähler, der Linken und der Jungen Liste haben gemeinsam die „Weidener Demokratie-Erklärung“ unterzeichnet. Initiatorin,