Do., 16.04.2026 , 16:07 Uhr

Sulzbach-Rosenberg

„Fühl mal“ – Ein Theaterstück gegen Kindesmissbrauch

Blaue Haare, grüne Brille, und eine Menge Unsinn im Kopf. Das ist Molas Bauchgefühl. Mit dem Präventionstheater „fühl mal“, wollen Judith Gleixner und Anita Kinscher Kinder dazu ermutigen, auf ihr Bauchgefühl zu hören und „Nein“ zu sagen.

Was passiert, wenn sich etwas plötzlich nicht mehr richtig anfühlt – man aber nicht genau weiß, warum? Genau dieser Frage widmet sich das Theaterstück „fühl mal“, von Logopädin Judith Gleixner und Pädagogin Anita Kinscher. Die Beiden haben es nun erstmals an der VHS Amberg-Sulzbach aufgeführt. Entstanden ist es als Präventionsprojekt in Zusammenarbeit mit der Kommunalen Jugendarbeit Amberg-Sulzbach – mit einem klaren Ziel: Kinder im Alter von 9 bis 11 Jahren sensibel für ihre eigenen Gefühle zu machen und ihnen zu zeigen, dass es okay ist, sich Menschen anzuvertrauen.

Mola und ihr Onkel Tom

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Mola, ein junges Mädchen, gespielt von Anita Kinscher. Sie ist gut in der Schule, verbringt viel Zeit mit ihrem Onkel Tom – und sie hat ein Bauchgefühl. Doch lange Zeit hört sie nicht wirklich darauf.

Denn auch wenn Onkel Tom eigentlich Molas Lieblingsonkel ist, fängt er an, Grenzen zu überschreiten. Er geht mit ihr im Schwimmbad gemeinsam in die Dusche und hilft ihr beim Anziehen. Mola weiß, dass sie dafür eigentlich schon viel zu alt ist, und fühlt sich unwohl. Diese Situationen belasten sie zunehmend, aber zunächst behält sie ihre Sorgen für sich – bis sie ihr Bauchgefühl nicht mehr ignorieren kann. Als bunte und komische Figur, gespielt von Judith Gleixner, fängt es an, mit Mola zu scherzen und bringt ihr wertvolle Lektionen bei.

Lachende Kinder, ernstes Thema

Das Stück zeigt den Zuschauern eindrücklich, wie wichtig es ist, auf das eigene Bauchgefühl zu hören. Es vermittelt Kindern, dass es in Ordnung ist, über unangenehme Erlebnisse zu sprechen und sich anderen anzuvertrauen. Dabei bleibt „fühl mal“ nicht nur beim Zuschauen: Interaktive Elemente binden die jungen Zuschauer aktiv ein und regen sie dazu an, ihre eigenen Gedanken und Gefühle mit einzubringen.

Normalerweise wird das Theaterstück ausschließlich an Grundschulen gezeigt, in dritten und vierten Klassen. Dort ist das Stück verbunden mit einer Lehrerfortbildung und Vorbereitungsstunden für die Schüler. Dass es nun auch öffentlich an der Volkshochschule in Sulzbach-Rosenberg zu sehen war, ist eine seltene Ausnahme. Die Resonanz ist bisher durchwegs positiv – schon bis nach Oberbayern wurden Judith und Anita mit ihrem Stück eingeladen.

An der VHS zeigten die Beiden ihr Stück im Rahmen einer Ausstellung, die noch bis zum 4. Mai läuft. „Gewalt LOSwerden“ bietet ab dieser Woche Talks, Workshops und weitere Aktionen mit Fachstellen an. Die zentrale Botschaft zieht sich dabei durch alle Programmpunkte: Es ist wichtig – und absolut in Ordnung – sich Hilfe zu holen. Und das gilt nicht nur für Kinder. Auch Erwachsene müssen manchmal erst lernen, auf ihr Bauchgefühl zu hören.

(sb)

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