Präsident Josef Weidensteiner nennt den Raum nicht ohne Grund das „Herzstück des Gerichts“. Vieles war in die Jahre gekommen, nun aber präsentiert sich der Saal zeitgemäß, funktional und optisch beeindruckend.
Die Modernisierung ist weit mehr als ein Austausch von Möbeln. Besonders die technische Ausstattung wurde auf ein neues Niveau gehoben. Eine fest integrierte Videokonferenzanlage ermöglicht künftig reibungslose Zuschaltungen – wie bereits im sogenannten Champagnerprozess, bei dem ein polnisches Gericht live zugeschaltet wurde.
Ein architektonisches Highlight ist der neue, mit Quarzit verkleidete Richtertisch. Er wirkt nicht nur hochwertig, sondern verbirgt auch die umfangreiche Technik im Inneren. Auch die Beleuchtung wurde komplett überarbeitet: Statt früherer Leuchtstoffröhren sorgen nun zwei insgesamt 120 Meter lange LED-Lichtbänder für ein helles, gleichmäßiges Licht. Ergänzt wird das Ganze durch ein indirektes Lichtband in der Akustikdecke.
Aus Sicherheitsgründen bleibt die Haupttechnik in einem separaten Raum verborgen. Doch auch im sichtbaren Bereich wurde viel investiert: Über drei Kilometer Datenleitungen wurden in Wänden und Boden verlegt, dazu Bodentanks für zukünftige Erweiterungen. Die Akustik hat sich spürbar verbessert – dank eines neuen Vinylbodens mit Schalldämmung und vier modernen Lautsprechern wirkt der elf Meter hohe Saal nun deutlich gedämpfter und angenehmer.
Mit der Einführung des elektronischen Gerichtssaalmanagements und der festen Integration der elektronischen Gerichtsakte erreicht das Landgericht Weiden nach Angaben des staatlichen Bauamts Amberg-Sulzbach einen wichtigen Meilenstein. Insgesamt flossen 365.000 Euro in die Modernisierung.
(ls)