Eiszeit in der Heißzeit. Eine Kugel Eis ist bei Temperaturen jenseits von 30 Grad sicherlich nicht die schlechteste Idee. Trotzdem klagt auch die Eisdiele in Weiden über die Temperaturen. Bei solchen Werten blieben die Menschen oft lieber zuhause drinnen, vor allem unter der Woche. Das sei schlecht für das Geschäft.
Und trotzdem noch ein Luxusproblem im Vergleich zu dieser Station hier: die zentrale Notaufnahme der Kliniken Nordoberpfalz. Lange dürfen wir hier nicht drehen. Denn hier ist viel los. Mehr als 130 Patienten waren es in dieser Woche täglich, die in die Notaufnahme des KNO mussten. Deutlich mehr als im Durchschnitt.
Nachttemperaturen ebenfalls problematisch
Mehr als 30 Grad im Sommer sind perse erstmal nichts Ungewönliches. Das Problem ist die Dauer der Hitzewelle. Und nicht nur die Sonne und die Tagesspitzenwerte sind problematisch. Inzwischen drückt die Hitze von außen in die Wohnungen – weil es auch nachts ungewöhnlich mild ist. Der Körper könne so nicht mehr zur Ruhe kommen, erklärt Roman Wijenayake, Oberarzt und stellvertretender Leiter der Notaufnahme des KNO. Wichtig sei bei der Hitze, die Extremitäten zu kühlen.
Was oft vergessen wird: Auch das Personal in den Kliniken ist gestresst von der Hitze. Die KNO sorgt hier vor: Durch Klimatisierungen, Wasser, einem angepassten Essensplan, luftigere Kleidung.
Klimawandel hat Anteil an Hitzewelle
Soweit die medizinischen Sorgen bezüglich der aktuellen Hitzewelle. Bleiben die meteorologischen beziehungsweise klimatologischen Bedenken. Für die aktuelle Hitzewelle braucht es zwar zuvorderst mal die richtige Wetterlage. Doch der Klimawandel hat die Zahl der Hitzetage in der Oberpfalz verdreifacht. Hitzewelle dauern länger, kommen häufiger vor und werden intensiver.
Die gute Nachricht: Nächste Woche bleibt es zwar bei sommerlichen Temperaturen, aber die Hitze verschwindet zumindest vorerst. Bis dahin heißt es: Schatten aufsuchen.
(mz)