Fr., 10.04.2026 , 15:11 Uhr

Großschönbrunn (Freihung)

Hübsch aber gefährlich: Diese giftigen Wildpflanzen gibt es bei uns

Die Frühblüher lassen gerade viele Gärten der Oberpfalz in bunten Farben erstrahlen. Aber wussten Sie, dass die meisten von ihnen giftig sind? Wir klären auf, welche Pflänzchen vielleicht harmlos ausschauen, aber hochgefährlich sein können.

Die Gärten und Wiesen der Oberpfalz stehen in voller Blüte. Narzissen, Tulpen, Schlüsselblümchen und Krokusse verwandeln die Landschaft in ein Frühlingsparadies. Doch so beeindruckend die Blütenpracht auch ist – alle diese Pflanzen, und viele weitere, die derzeit blühen, sind giftig.

Pflanzenexpertin Daniela Dotzler aus Großschönbrunn bei Freihung klärt uns auf. Besonders mit Blick auf Kinder mahnt sie zur Vorsicht. Ein Spaziergang in der Natur kann gut sein, aber es sei wichtig, Kindern beizubringen, keine unbekannten Pflanzen in die Hand zu nehmen. Denn was harmlos aussieht, kann schnell gefährlich werden. Die wohl giftigste Pflanze Europas, der Eisenhut, sieht wunderschön aus, kann jedoch schon bei Hautkontakt Vergiftungserscheinungen hervorrufen.

Tatsächlich sind Vergiftungen durch Wild- und Gartenpflanzen keine Seltenheit. Jedes Jahr verzeichnen die deutschen Giftinformationszentren zwischen 30.000 und 40.000 Anfragen im Zusammenhang mit Pflanzen. Zwar verlaufen die meisten Fälle glimpflich, doch auch schwere Vergiftungen sind möglich.

Achtung Verwechslungsgefahr

Ein Problem ist die Verwechslungsgefahr. Gerade jetzt im Frühjahr sind viele Naturfreunde unterwegs, um Bärlauch zu sammeln. Dabei besteht die Gefahr, ihn mit dem Maiglöckchen zu verwechseln. Ihre Blätter sehen ähnlich aus, aber Daniela Dotzler hat einen Tipp: Die Blätter des Bärlauchs wachsen einzeln aus dem Boden. Beim Maiglöckchen bildet sich ein zentraler Stiel, aus dem die Blätter ein paar Zentimeter über dem Boden herauswachsen.

Auch im eigenen Garten lauern Risiken. Besonders Haustiere sind gefährdet: Hunde und Katzen knabbern gerne an Pflanzen oder graben die Zwiebeln giftiger Blumen aus. Deshalb sei es wichtig, seine Haustiere im Blick zu haben, und zu wissen, welche Pflanzen für sie gefährlich sein können.

Der Giftnotruf hilft

Sollte doch einmal der Verdacht bestehen, dass ein Kind oder ein Erwachsener eine giftige Pflanze aufgenommen hat, sollte umgehend der Giftnotruf kontaktiert werden. Dabei helfen möglichst genaue Angaben zur Pflanze und zur aufgenommenen Menge. Das nächste Giftzentrum zur Oberpfalz liegt in Nürnberg und ist unter der Nummer 0911 3982451 erreichbar.

Trotz aller Risiken gilt: Angst vor der heimischen Pflanzenwelt ist nicht nötig. Entscheidend ist Wissen. Wer Pflanzen sicher bestimmen kann, ist klar im Vorteil. Daniela Dotzler empfiehlt deshalb, einen Wildpflanzenkurs zu besuchen. Denn die Natur bietet viele essbare und gesunde Schätze – man muss nur wissen, welche.

(sb)

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