Mi., 27.12.2023 , 18:03 Uhr

Oberpfalz

Hunderte von Einsätzen während der Feiertage

Nach teils drastischer Hochwasser-Lage: Aufatmen in der nördlichen Oberpfalz, die Pegelstände sinken. Heute war die Lage bereits wieder entspannt

Es ist noch nicht überwunden, aber es ist Land in Sicht. Und das im wahrsten Sinne des Wortes: Das Hochwasser in der Region geht zurück. Zuletzt hatten die Pegelstände in Amberg, Weiden und dem Landkreis Neustadt an der Waldnaab die Meldestufe drei von vier erreicht. In Amberg beispielsweise erreichte die Vils am Heiligen Abend mit 202 Zentimetern den Höchststand seit zehn Jahren. Doch nun entschärft sich die Lage deutlich.

Doch bis heute hatten die Einsatzkräfte im Bereich der Integrierten Leitstelle Oberpfalz Nord allein wegen des Hochwassersituationen mehr als 200 Einsätze zu bewältigen.

Doch Hochwasser war natürlich nicht das einzige Problem an beiden Dienststellen in Amberg und Weiden, wie Jürgen Meyer von der Integrierten Leitstelle (ILS) Oberpfalz Nord zusammenfasst:

„Während der festlichen Tage vom 24. Dezember bis zum 26. Dezember sahen sich die Betriebsstätten Amberg und Weiden mit einer Vielzahl von Notrufen und Einsätzen konfrontiert, die von Brandvorfällen bis hin zu kuriosen Situationen reichten.

ILS-Betriebsstätte Amberg:

Insgesamt gingen 408 Notrufe ein, darunter ein Brandfall. Technische Hilfeleistungen (THL) der Feuerwehren waren mit 49 Einsätzen gefragt, vom Verkehrsunfall, überfluteten Kellern bis hin zu Straßensperren durch umgestürzte Bäume. Die Feuerwehr musste sogar zu einem Öltank ausrücken, der durchs Wasser aufgeschwommen war. Der Rettungsdienst absolvierte beeindruckende 231 Einsätze und 125 Krankentransporte.

Vorsorglich füllten mehrere Feuerwehren und das Technische Hilfswerk (THW) Sandsäcke, darunter schon am Nachmittag des Heiligabends. In Amberg wurde der Hochwassersteg aufgebaut, um der Hochwassersituationen zu begegnen.

Ein besonderes Augenmerk erforderten auch mehrere Fälle, in denen Fahrbahnsperrungen wegen Hochwasser missachtet wurden, was dann zu aufgeschwommenen Fahrzeugen und steckengebliebenen Autos in Wassergräben führte. Fahrer, die diese Sperren ignorierten, erwartet nun eine Anzeige und eine Rechnung.

Nicht zuletzt wurde am 24. Dezember ein Kanufahrer im Hochwasser der Naab bei Nabburg vermisst, doch er konnte glücklicherweise kurz darauf wohlbehalten aufgefunden werden.

ILS-Betriebsstätte Weiden:

Insgesamt wurden 335 Notrufe in Weiden bearbeitet, ohne Brandereignisse.

Die THL-Einsätze der Feuerwehren konzentrierten sich vermehrt auf überflutete Keller und Straßensperrungen durch umgestürzte Bäume.

Der Rettungsdienst war mit 197 Einsätzen und 64 Krankentransporten stark gefordert.

Besondere Aufmerksamkeit erforderten kuriose Anrufe, darunter die Meldung eines älteren Herrn über eine hilflose Frau am Ärztehaus in der Leuchtenberger Straße. Die Suche blieb erfolglos, bis sich herausstellte, dass der Melder selbst ein Patient im Klinikum war, der fieberbedingte Halluzinationen hatte.

In den frühen Morgenstunden des zweiten Weihnachtsfeiertags wurde der Rettungsdienst zu einer Alkoholvergiftung in ein Kemnather Tanzcafé gerufen. Später, um 05:45 Uhr, musste man zu einer Schlägerei in eine Tirschenreuther Disco ausrücken, bei der der Patient beim Gerangel mehrere Zähne verlor.

Die Feuerwehr wurde auch zu einem Wassertransport für die Lehranstalt Almesbach in Weiden alarmiert, wo ein Wasserrohrbruch für Herausforderungen sorgte. Zur Tierversorgung wurden beeindruckende 7000 Liter Wasser durch die Feuerwehr (im Pendelverkehr) bereitgestellt. Der Rettungsdienst wurde ebenfalls zu einem Patienten mit Suizidgedanken gerufen, was zusätzlich die Komplexität der Einsätze während der Feiertage unterstrich“, so Jürgen Meyer.

(gb)

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