Mo., 31.01.2022 , 09:23 Uhr

Waidhaus

Hunger, Kälte, Angst und Enge - 21 Migranten stranden auf Parkplatz der A6

Ausgesetzt, hungrig und durchgefroren landeten nach beschwerlicher Odyssee am Samstag 21 Migranten bei der Bundespolizeiinspektion Waidhaus. Die Hinweise verdichten sich auf eine strapaziöse LKW-Schleusung, zu der die Bundespolizei um Hinweise aus der Bevölkerung bittet.

Am frühen Samstagmorgen gegen 04:45 meldete ein aufmerksamer Fahrer eines Streufahrzeugs Personen auf dem Standstreifen der A6 zwischen der Anschlussstelle Leuchtenberg und dem Parkplatz Wittschauer Höhe. Die Bundespolizei griff kaum zehn Minuten später die erste Gruppe Migranten auf. Über eine Stunde "sammelten" Beamte der Bundespolizeiinspektion Waidhaus mit Unterstützung der Grenzpolizeiinspektion Waidhaus Menschen in der gesamten Umgebung ein und verbrachten sie zur Bundespolizei.

Bei den insgesamt 21 Männern im Alter von 16 bis 37 Jahren handelt es sich um 19 Inder und zwei Bangladescher. Laut den ersten Vernehmungen waren sie in einem LKW von Kroatien nach Deutschland geschleust worden. Die Geschleusten gaben an, während dieser Zeit unter Kälte und Angstzuständen gelitten zu haben.

Auf einem Handyfoto sind einige von ihnen zu sehen, wie sie eng zusammengepfercht zwischen der Ladung kauern. Zwei Fahrer mit "europäischem Aussehen" hätten die Menschen vom indischen Subkontinent dann auf dem Autobahnparkplatz Wittschau in englischer Sprache aufgefordert, den Lastwagen zu verlassen, worauf sich einzelne Grüppchen bei Dunkelheit und Temperaturen um den Gefrierpunkt auf den Weg machten, berichtet die Bundespolizei.

Dies war, den Angaben einzelner Geschleuster zufolge der letzte Teil einer langen und beschwerlichen Odyssee, die in etwa einen Monat in Anspruch genommen hat. Die Route führte laut den Vernehmungen von Bangladesch und Indien über Dubai, Oman, Irak bis in die Türkei. Von dort aus nach Griechenland über Serbien nach Bosnien. Da sei man mit PKWs zur kroatischen Grenze gebracht worden, die sie zu Fuß überquert hatten.

In einen LKW gepfercht sind die Inder und Bangladescher schließlich nach Deutschland regelrecht "verfrachtet" worden. Für das Teilstück Bosnien - Deutschland hätten Schleuser einen Lohn von 4.500 Euro verlangt. Für die gesamte Route waren acht- bis zehntausend Euro fällig.

Die Geschleusten befanden sich trotz Strapazen und Kälte in guter gesundheitlicher Verfassung. Ihr Hunger konnte dank einer örtlichen Bäckerei gestillt und die Kälte in warmen Räumen der Bundespolizei vertrieben werden. Inzwischen sind die Jugendlichen dem Jugendamt Neustadt an der Waldnaab übergeben worden, die restlichen Geschleusten wurden an das AnkER-Zentrum in Regensburg weitergeleitet.

Quelle: Bundespolizei

Die Bundespolizeiinspektion Waidhaus bittet die Bürger um Mithilfe:
Wer hat Beobachtungen gemacht, die mit der Schleusung und vor allem der "Abladung" der Migranten am Parkplatz Wittschauer Höhe in Zusammenhang stehen können. Bei dem Schleuser-LKW handelt es sich möglicherweise um ein Zugfahrzeug mit weißem Sattelaufleger und grauer Plane. Das Kennzeichen sei gelb mit schwarzer Schrift gewesen, Näheres unbekannt.

Sachdienlich Hinweise dürfen gerne rund um die Uhr an die Bundespolizei Waidhaus unter 09652 / 82060 gegeben werden. Auf diese Weise wollen die Ermittler der Waidhauser Bundepolizei zunächst an den Fahrer und schließlich an die Hintermänner kommen.

(Bildquelle: Bundespolizei)

(vl)

Bundespolizei Fahrer Flüchtlinge LKW Migranten Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Schleuser Suche Waidhaus Zeugen

Das könnte Dich auch interessieren

21.04.2026 Zeugenaufruf – Entwendetes Verkehrszeichen in Kirchenthumbach Die Polizeiinspektion Eschenbach bittet um Mithilfe der Bevölkerung. In der Nacht vom 20. auf den 21. April entwendete eine unbekannte Person auf der Zufahrtsstraße von der B470 kommend in Richtung der Eschenbacher Straße ein Verkehrszeichen im Wert von knapp 200€. Das Verkehrszeichen (Richtungstafel in Kurven) ist wesentlich für die Verkehrssicherheit im Bereich der scharfen Kurve 13.04.2026 Hohe Spritpreise verteuern vieles – was Unternehmen und Verbraucherschützer fordern Katharina Weber leitet das Speditionsunternehmen Weber Transport in Weiherhammer. 30 LKW und 60 Fahrer gehören zu dem Familienbetrieb. Ein Betrieb, der wie viele in der Branche mit einem sogenannten „Dieselfloater“ arbeitet – das Unternehmen passt seine Preise also an die aktuellen Dieselkosten an und gibt sie an den Kunden weiter. Denn: Die hohen Spritpreise sorgen 02.03.2026 Unmenschliche und lebensgefährliche Schleusungen: Mutmaßlicher Drahtzieher vor Gericht Mit Blaulicht und Sirenen endet im Dezember 2023 eine lebensgefährliche Fahrt nahe der deutsch-österreichischen Grenze: Neun Syrer sollen illegal nach Deutschland gebracht werden. Sechs von ihnen sitzen dicht gedrängt auf der Rückbank eines Audi, drei weitere liegen im Kofferraum. Der Fahrer steht unter Kokaineinfluss, rast mit 150 km/h über die Autobahn. In einem kleinen Ort 16.02.2026 Glätteunfälle in der Oberpfalz - LKW Unfall auf der B299 Gegen 9.30 Uhr war ein LKW von der Bundesstraße B 299 zwischen Erbendorf und Pressath auf Höhe Hessenreuth abgekommen und kippte in die Böschung. Der Fahrer konnte sich mit Unterstützung von zwei Ersthelfern aus dem Fahrzeug befreien. Er blieb unverletzt. Während der aufwendigen Bergungsarbeiten blieb die B 299 vollständig gesperrt. Die Feuerwehr sicherte die Unfallstelle