Kurz vor neun Uhr am Morgen zieht sich Familie Gnatz warm an. Der kleine Jakob steht schon bereit – Fernglas in der Hand, Mütze tief ins Gesicht gezogen. Der Zweijährige kann es kaum erwarten, hinauszugehen und Vögel zu zählen. Ein kurzer Moment, in dem er suchend in den Himmel blickt – und schon tauchen die ersten gefiederten Besucher auf. Sperlinge hüpfen am Futternapf im Nachbargarten umher, direkt neben dem kleinen Vogelhäuschen.
Wieso die Aktion?
Wie jedes Jahr macht die Familie bei der Aktion „Stunde der Wintervögel“ des Landesbunds für Vogel- und Naturschutz mit. Eine Stunde lang beobachten und zählen sie alle Vögel, die im Garten oder am Balkon vorbeischauen. Jeder kann teilnehmen und so dem LBV helfen, Veränderungen in den Beständen heimischer Arten besser zu erkennen. Während Papa Alexander konzentriert mitzählt, notiert Tochter Emma fleißig jedes Ergebnis. Damit sie die Arten unterscheiden kann, blättert sie in ihrem Kinder-Vogelbuch und wirft immer wieder einen Blick auf das Hilfsblatt des LBV, auf dem viele heimische Arten abgebildet sind. Für sie ist es fast wie ein kleines Natur-Detektivspiel. Alexander Gnatz kennt die Aktion gut – als Gebietsbetreuer beim LBV liegt ihm der Schutz der Natur besonders am Herzen. Gerade deshalb möchte er, dass seine Kinder von klein auf lernen, aufmerksam hinzuschauen und die heimische Vogelwelt zu schätzen. Und heute haben sie Glück: In Hohenburg sind viele Vögel unterwegs. Ein Rotkehlchen zeigt sich, eine Blaumeise flattert vorbei – typische Wintergäste im Garten. Mit jeder Minute entdecken die Kinder neue Vögel. Manchmal geht es so schnell, dass ein Piepmatz schon wieder verschwunden ist, bevor jemand ihn richtig erkennen konnte. Doch genau das macht den Reiz aus: aufmerksam sein, hinschauen, staunen.
Wie mitmachen?
Am Ende braucht es nicht mehr als einen Blick aus dem Fenster, um Teil der größten Mitmachaktion für die Natur zu werden. Die Stunde der Wintervögel läuft noch bis Sonntag, und auf der Webseite des LBV können alle Teilnehmenden ihre Sichtungen bequem per Online-Formular melden. Jakob und Emma spähen noch einmal neugierig in die Büsche – und ehe sie sich versehen, ist die Stunde auch schon vorbei.
(ls)