Fr., 29.09.2023 , 13:00 Uhr

Weiden

Klimaaktivistin spricht nach Präventivhaft

Ronja Künkler aus Rothenstadt ist Mitglied der Letzten Generation und saß deswegen in Präventivhaft. Wir haben mit ihr darüber gesprochen, warum sie die viel kritisierten Klebeaktionen gerechtfertigt findet.

Ronja Künkler ist 24 Jahre alt, kommt aus Rothenstadt, studiert und macht Musik. Ein scheinbar normales Leben, wie es viele junge Erwachsene führen. Doch Ronja treibt die Angst um. Die Angst, dass der Klimawandel das Leben ihrer und künftiger Generationen massiv beeinträchtigen wird. Und der Frust, dass die Politiker ihrer Meinung nach dagegen wenig machen. Seit diesem Jahr schließt sie sich daher der Letzten Generation an – einer Klimaaktivistengruppe, die vor allem mit ihren umstrittenen Klebeaktionen Aufmerksamkeit erregt.

Schon mit 12 Jahren, sagt Ronja, habe sie gemerkt, dass was nicht stimmt im Umgang der Menschen mit der Erde. Erst hat sie ihre Eltern auf Anti-Atomkraftdemos begleitet, dann hat sie Fridays for Future unterstützt. Jetzt ist sie für ihre Aktionen der Letzten Generation sogar zwei Wochen in Präventivhaft gekommen. Für sie das geringere Übel.

Ronja kritisiert das harte Vorgehen der Polizei gegen die Aktivisten. Den Vorwurf vieler Kritiker, sie sei eine Klimaterroristin, weist sie von sich. Sie wolle keine Menschen schaden.

Letzte Generation für AfD-Hoch mitverantwortlich?

Ronja sieht durch den Klimawandel die Würde der Menschen vor allem künftiger Generationen gefährdet – und damit auch der Grundrechte. Dass die Letzte Generation mit ihren radikalen Aktionen radikale Gegenbewegungen stärkt und daher zum Beispiel für das Hoch der AfD mitverantwortlich ist, glaubt sie nicht.

Die Präventivhaft rechtfertigt der Staat mit der Gefahr der Klebeaktionen. Zum Beispiel könnten Rettungswege versperrt und Menschen dadurch gefährdet werden.

Der Klimaprotest nimmt derzeit einen Großteil im Leben von Ronja ein. Das Studium rückt in den Hintergrund, die Haft habe sie nicht abgeschreckt, die Kritik auch nicht. Sie will weitermachen.

(mz)

Klimaaktivistin Klimakleber Klimawandel Letzte Generation Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Ronja Künkler Weiden Ziviler Ungehorsam

Das könnte Dich auch interessieren

03.11.2025 Meilenstein: Kommunale Wärmeplanung steht – jetzt wird’s aber schwierig Dieser Abend ist in Weiden ein kleiner Etappensieg. Die kommunale Wärmeplanung für die Stadt steht und wird der Öffentlichkeit präsentiert. Statt hauptsächlich auf Öl und Gas zu setzen, wird Weidens Energieversorgung in Zukunft so aussehen: Im Stadtzentrum ein großes Wärmenetz, hier orange eingefärbt. In der Peripherie dagegen hauptsächlich Wärmepumpen, auf der Karte in hellblau sichtbar. 10.07.2026 Waldbegehung in Weiden: So soll der Stadtwald fit für den Klimawandel werden Neue Bäume pflanzen, bestehende Bestände pflegen und nachhaltig Holz gewinnen – das gehört zum Alltag der Förster. Wie vielfältig diese Aufgaben sind, konnten Oberbürgermeister Dr. Benjamin Zeitler und mehrere Stadträte bei der 44. Waldbegehung in Weiden erleben. Im Mittelpunkt stand das Waldstück der Simultanen Hospitalstiftung. Waldwirtschaft braucht einen langen Atem Für Oberbürgermeister Dr. Benjamin Zeitler 03.07.2026 30 Jahre Stadtmarketing Weiden Seit 30 Jahren betreibt Weiden Stadtmarketing. Am 4. August 1996 wurde der Verein Pro Weiden gegründet. Der Verein, in dem Einzelhändler, Vereine, Institutionen sowie Vertreter der Politik saßen, hatte sich zum Ziel gesetzt, die Vorzüge Weidens als Einkaufsstadt herauszustellen und zu nutzen. Vor neun Jahren wurde aus Pro weiden dann der Stadtmarketingverein. Bei seiner Jahreshauptversammlung 03.07.2026 "Adventslicht"-Spenden übergeben: 40.000 € an 20 Einrichtungen Fast 40.000 Euro hat die Initiatorin der Aktion „Adventslicht“ in Weiden, Renate Freuding-Spintler, an 20 soziale Einrichtungen und Organisationen verteilt. Das Geld stammt zum großen Teil aus dem Erlös der Adventslicht-Gala, und aus Spenden an den Verein. Die Aktion sammelt seit 1996 Geld, um Menschen und soziale Einrichtungen in der Region möglichst unbürokratisch zu unterstützen.