Mo., 26.06.2023 , 15:44 Uhr

Oberpfalz

Landkreise immer mehr am Limit

Die oberpfälzer Landräte schlagen Alarm: Es fehlt laut ihnen verfügbarer und geeigneter Wohnraum.

Die Zahl der neu ankommenden Asylbewerber steigt weiter und steigt vor allem rapide an. Problem: es fehlen Unterkünfte für die vielen Flüchtlinge. Bei der Tagung der Oberpfälzer Landräte in Neumarkt schlugen die Landkreischefs deshalb erneut Alarm: Sie kommen endgültig an ihre Kapazitätsgrenze.

800 Flüchtlinge in die Oberpfalz waren es im Mai dieses Jahres. Die Zahl der Flüchtlinge aus der Ukraine ist zurückgegangen, überwiegend sind es Menschen aus Drittstaaten wie beispielsweise Syrien, dem Irak oder Afghanistan, die Schutz suchen. Für diese Flüchtlinge wird Wohnraum benötigt.

Die Kapazitätsplanung der Regierung der Oberpfalz sieht vor, in jedem der sieben Landkreise 100 neue Unterbringungsmöglichkeiten zu schaffen. Bei der Akquise neuer Unterkünfte tun sich die Landräte jedoch schwer. „Es brennt, wir finden nichts mehr, wir haben keine freien Industriehallen oder Flächen mehr“, brachte es der Amberg-Sulzbacher Landrat Richard Reisinger, zugleich Sprecher der Oberpfälzer Landräte, gegenüber Regierungspräsident Walter Jonas auf den Punkt. „Und die Belegung von Turnhallen wollen wir unbedingt vermeiden, um den Schulsport nicht zu beinträchtigen.“

Auch das Thema Fehlbeleger kam bei der Tagung der Oberpfälzer Landräte zur Sprache. Ende Mai waren es 3.345 Menschen, die in Flüchtlingsunterkünften untergebracht sind, obwohl sie als Flüchtlinge anerkannt sind, einen Aufenthaltstitel in Deutschland haben und ihre Flüchtlingsunterkunft somit eigentlich verlassen müssten. Problem: Sie finden keine Wohnung.

Mehr Tempo bei Rückführungen

Die Situation ist angespannt, die Landkreise immer mehr am Limit. Und die Oberpfälzer Landräte fühlen sich zum Teil auch alleine gelassen. „Die Aufnahme- und Integrationskapazitäten in den Landkreisen sind weitgehend erschöpft. Die prognostizierten Zahlen des Bundes gehen auch nicht von einer Entspannung der Unterbringungssituation aus. Die kommunale Ebene trägt vor Ort die Hauptverantwortung für die Umsetzung der Asylpolitik des Bundes“, formulierte es der Bezirkstagspräsident und Chamer Landrat Franz Löffler.

Die Landräte stellen das Asylrecht nicht in Frage, kommen ihren Aufgaben bei der Unterbringung von Flüchtlingen und Asylbewerbern bestmöglich nach, wünschen sich aber zugleich mehr Unterstützung vom Bund, zum Beispiel mehr Tempo bei der Rückführung von abgelehnten Asylbewerbern.

Menschen, deren Asylantrag bereits abgelehnt wurden, sollten das Land schneller verlassen, da ansonsten kein Platz mehr für andere Flüchtlinge vorhanden sei.
Einer qualifizierten und geordneten Zuwanderung stehen die Oberpfälzer Landräte positiv gegenüber. Denn auch in der Oberpfalz fehlen gut ausgebildete Fachkräfte. Hier wäre es hilfreich, bürokratische Hürden, zum Beispiel bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen, abzubauen.

(Text: Landratsamt Amberg-Sulzbach // Bildquelle: Christine Hollederer)

Asylpolitik Flüchtlinge Landräte Limit Oberpfalz Oebrpfalz TV OTV Regierung der Oberpfalz Sitzung Tagung WOhnraum Wohnung

Das könnte Dich auch interessieren

09.03.2026 Ein zu Tränen gerührter Stefan Ott und Überraschungen im Landkreis Das war der emotionalste Moment des gestrigen Wahlabends. Stefan Ott, Oberbürgermeisterkandidat der CSU, kämpft mit den Tränen. Es zeigt, wie viel Druck im Wahlkampf steckt. Mit 40,8 Prozent ist Ott auch längst nicht durch – er muss in die Stichwahl. Das hat es in Amberg zuletzt 1952 gegeben – also vor 74 Jahren! Das Ergebnis 04.03.2026 Empfang zu Ehren Klaus Conrads Bei einem Empfang haben Weggefährten, Geschäftspartner und Mitarbeiter Klaus Conrad zum 90. Geburtstag gratuliert, den der Hirschauer am 27. Februar 2026 im Kreise seiner Familie gefeiert hat. In der Konzernzentrale in Hirschau würdigten die Gratulanten das Leben und Wirken des Mannes, der ab 1954 aus einem kleinen Unternehmen seines Vaters den weltweit bekannten Elektronik-Konzern Conrad 04.03.2026 Demokratieentwicklung – ein Vortrag vor den Kommunalwahlen Nur rund 59% aller Wahlbeteiligten haben in Bayern bei der vergangenen Kommunalwahl ihre Stimme abgegeben. Zahlen wie diese hat OTV-Redakteur Michael Zeitler bei einem Vortrag zum Thema Demokratieentwicklung in der Kiste in Sulzbach-Rosenberg aufgezeigt. Wie hat sich die Demokratie über die Jahrtausende entwickelt – und vor welchen Herausforderungen steht sie heute? Darauf ging Zeitler ein 03.03.2026 Neues Fahrzeug für die Amberger Tafel: Mercedes VITO dank Spenden Die Amberger Tafel hat ein neues Auto: Einen Mercedes VITO. Das Fahrzeug hat 70.000 Euro gekostet. 55.000 Euro davon stammen aus einer Spende der Reederei MINSHIP aus Schnaittenbach. Die verbleibenden 15.000 Euro stammen aus der sogenannten Lidl-Pfandspende: Kunden spenden dabei das zurückgegebene Pfandgeld, ganz oder in Teilen. Die Reederei MINSHIP stellte bereits im Jahr 2022