Danach durfte er den Jungen nicht mehr sehen und der Kontakt brach ab. Erst Jahre später wurde er sein Kollege in einem Unternehmen, in dem beide arbeiteten. Über den tragischen Vorfall haben sie jedoch nie gesprochen.
37 Jahre nach dem Vorfall ist nun ein Buch erschienen. Der Titel: „Lungensteckschuss. Mein Leben am seidenen Faden. Zwischen Leben und Tod“. Fischer kann jetzt erst darüber sprechen. Die Zeit sei reif gewesen, diese Geschichte aufzuschreiben, erzählt er gegenüber OTV. In dem Buch spricht er über die Schussabgabe, über seine Zeit auf der Intensivstation, über den Kampf um sein Leben und über seine Nahtod-Erfahrung.
Ihm geht es nach wie vor gut. Allerdings könne es jederzeit passieren, dass durch die Gewehrkugel, die sich seit 37 Jahren in seiner Lunge befindet, ein Riss in der Lunge entsteht. An dieses Szenario denke er aber nicht.
Horst Fischer hat uns gegenüber einen großen Wunsch geäußert. Er lag damals im Mai 1989 nicht nur auf der Intensivstation der Uniklinik Erlangen, sondern auch kurz in der Kinderklinik. Dort sei er erneut kollabiert. Ein Junge, der ebenfalls eine schwere Operation hinter sich hatte, bemerkte dies und schrie um Hilfe. Dies habe ihm wohl das Leben ein 2. Mal gerettet. Diesen Jungen habe er nie mehr gesehen. Fischer möchte jetzt, dass sich dieser Junge, der jetzt um die 50 Jahre alt sein müsste, bei ihm meldet. Er möchte sich bei ihm genauso bedanken, wie bei allen anderen Menschen auch, die dazu beigetragen hatten, dass er den tragischen Unfall überlebt.
Wer das Buch lesen möchte: Erschienen ist es bei „Books on demand“, bei „Amazon“ und bei „Thalia“.
(tb)