Seit dem 1. Juli hat die Zolldienststelle in Waidhaus ihre Abfertigungen eingestellt. Für Lastwagen, die ihre Waren in der Oberpfalz verzollen wollen, bleiben damit nur noch die Dienststellen in Amberg und Regensburg. Die Folgen sind schon jetzt im Amberger Westen deutlich zu spüren: Rund um die Zoll-Dienststelle hat der LKW-Verkehr spürbar zugenommen.
Nach Angaben des Zollamts ist die Zahl der Abfertigungen in Amberg seit der Schließung in Waidhaus um 10 bis 15 Prozent gestiegen. Für die umliegenden Unternehmen fühlt es sich wie viel mehr an. „Das hatten wir hier früher überhaupt nicht“, klagt Elektroladenbesitzer Carsten Eckert. Er bezieht sich auf widerrechtlich geparkte LKW, Verkehrschaos auf den Straßen und schon mehrere beinahe Unfälle mit Schülern der Realschule.
Gute Lage sorgt für großen Andrang
Grundsätzlich können Speditionen innerhalb der EU selbst entscheiden, an welcher Zoll-Dienststelle sie ihre Waren abfertigen lassen. Die verkehrsgünstige Lage Ambergs nahe der A6 machte den Standort bereits zuvor zu einem beliebten Ziel. Jetzt musste das Zollamt zusätzliche, mobile Beamte mit an den Standort holen. Dadurch kommt die Dienststelle allerdings mit dem gestiegenen Andrang klar, so Zollamtsleiter René Matschke. Wartezeiten habe es bereits vor der Schließung in Waidhaus gegeben.
Sind die Stellplätze am Zoll belegt, werden die Fahrer eigentlich auf Ausweichflächen wie den Dultplatz verwiesen. Doch nicht alle halten sich an diese Vorgabe. Manche Fahrer würden die alternativen Parkmöglichkeiten auch schlicht nicht finden. Häufig sind widerrechtlich geparkte LKW in den Seitenstraßen rund um den Zoll zu finden. Darauf habe der Zoll keinen Einfluss, so Matschke. Das Zollamt sei mit der Polizei im Austausch, um eine Lösung zu finden.
Hoffnung auf digitale Abfertigung
Langfristig setzt das Zollamt außerdem auf eine stärkere Digitalisierung der Zollabfertigung. Durch das vereinfachte Zollmeldeverfahren können zugelassene Unternehmen ihre Waren elektronisch anmelden und müssen die Dienststelle nicht mehr persönlich anfahren. Das Unternehmen, das zuvor den Großteil der Abfertigungen in Waidhaus abgewickelt hatte, habe dieses Verfahren bereits eingeführt, so Matschke. Weitere Betriebe sollen nach und nach folgen und so für eine Entlastung der Situation in Amberg sorgen.
(sb)