Di., 18.09.2018 , 16:04 Uhr

2,5 Jahre für Kindesmisshandlung

2 Jahre 6 Monate – so lautet das Urteil gegen den 28-jährigen Mohammad H. Das Gericht sah es als erwiesen an, dass er in der Nacht vom 29. auf den 30 Januar dieses Jahres ein 1-jähriges Baby heftig geschlagen und gebissen hat. Angeklagt war er deshalb des Missbrauchs von Schutzbefohlenen.

Seine damalige Freundin nahm sich für einen Abend frei und wollte den Abend mit Freundinnen verbringen. Mohammad, der als sehr eifersüchtig gilt, betrank sich an jenem Abend mit Alkohol. Letztendlich schlug er das Baby so stark, dass es nach Gutachterangaben 3 Einblutungen am Kopf, blaue Flecken und eine Bisswunde am Bein hatte. Damals wurden bei dem Angeklagten 1,4 Promille Alkohol im Blut festgestellt.

Vor Gericht entschuldigte sich der Angeklagte. „Der Alkohol hat mein Leben kaputt gemacht. Ich bitte um Gnade. Ich möchte ein neues Leben beginnen“ – so Mohammad H. in seinem „letzten Wort“ vor Gericht.

Die Staatsanwaltschaft forderte 3 Jahre Haft, Verteidigerin Selina Moser 2 Jahre auf Bewährung. Letztendlich wurden es 2 Jahre 6 Monate. Der Vorsitzende Richter zitierte in seiner Urteilsbegründung die Bayerische Verfassung. Darin heißt es im Artikel 125: „Kinder sind das köstlichste Gut eines Volkes“. Diesen Artikel habe der Angeklagte brutal und schäbig missachtet. Deshalb hätte es auch bei einer Haft von 2 Jahren keine Bewährung gegeben. Die Unterbringung in einer Entziehungsanstalt wurde verneint, auch wenn Mohammad H. ein Alkoholproblem hat. Der Grund: Er kann zu wenig Deutsch, als dass er eine Entziehungskur erfolgreich und sinnvoll zu Ende bringen könnte. (tb)

Amtsgericht Amberg Justiz Kriminalität Ludwig Stich Missbrauch Schutzbefohlener Oberpfalz Oberpfalz TV OTV prozess Selina Moser

Das könnte Dich auch interessieren

04.02.2026 01:54 Min Die Kurznachrichten vom 04.02.2026 ** Minderjähriges Mädchen auf Internetplattform angeboten – Polizist verurteilt * Sexueller Missbrauch der minderjährigen Halbschwester – Urteil gegen 23-Jährigen gefallen * Erdgeschichte und Konverter – Vortragsreihe von TenneT ** 03.02.2026 02:15 Min Sexueller Missbrauch: Urteil am Landgericht Amberg erwartet Der Angeklagte hat jedoch weder Kinder noch eine Tochter. Doch auch ein fiktives Mädchen im Internet zum Geschlechtsverkehr anzubieten, hat eine strafrechtliche Relevanz. Verteidigt wurde der Angeklagte von Prof. Dr. Jan Bockemühl, der gegenüber OTV äußerte, dass er den Fall als rechtlich problematisch einstuft. Per Gesetz wird die sexuelle Selbstbestimmung eines Menschen geschützt. Die sexuelle 29.04.2026 02:29 Min Landgericht Weiden: War es versuchter Mord? Die Verletzung wäre tödlich gewesen, wenn keine schnelle Hilfe gekommen wäre, so die geladene Sachverständige heute am Gericht. Es sei Blut im Blutbeutel gewesen, die Herzklappe sei undicht gewesen und zudem sei die Herzkranzschlagader nur knapp verfehlt worden. Die Frage, die es zu klären gilt, ist die, ob es tatsächlich versuchter Mord und versuchter Totschlag 23.04.2026 02:52 Min Prozessbeginn: Versuchter Mord bei Jugendfreizeit Während eines Jugendwochenendes von Kolping Dingolfing bei Pressath hätte es im vergangenen Sommer fast einen Toten gegeben. Das männliche Opfer war nach einer Messerattacke eine Viertelstunde lang wiederbelebt worden. Es überlebte nur durch eine Notoperation am Herzen. Vorausgegangen war ein heftiger Streit mit der damaligen Freundin des Angeklagten. Ein Jugendlicher schritt ein und erhielt daraufhin