Wer kann schon von sich behaupten, dass ein Gesetz nach ihm benannt ist? Hans Schuierer kann das. Der damalige Landrat des Landkreises Schwandorf spielte eine zentrale Rolle im Widerstand gegen die geplante Wiederaufarbeitungsanlage in Wackersdorf. Anfangs unterstützte er das Projekt sogar, doch ein entscheidender Wendepunkt brachte den radikalen Kurswechsel. Auslöser war ein Plan, in dem ein 200 Meter hoher Schornstein eingezeichnet war. Auf seine Nachfrage, wofür dieser dienen solle, erhielt er die Antwort: „Damit die radioaktiven Schadstoffe möglichst weit verteilt werden.“ Von diesem Moment an, so Schuierer selbst, wurde er zum größten Gegner des Projekts.
Protest, Auszeichnung und historische Dimension
Für sein Engagement erhielt er die Bayerische Naturschutzmedaille des BUND Naturschutz. Die Örtlichkeit war bewusst gewählt: Das Franziskus-Marterl liegt in unmittelbarer Nähe des damaligen WAA-Geländes. Auch das heutige Datum ist kein Zufall: Genau heute vor 40 Jahren demonstrierten mehr als 100.000 Menschen gegen den Bau – bei der sogenannten Ostermontags-Demonstration 1986.
Dankbarkeit, Zweifel und Vermächtnis
In seiner Dankesrede betonte Schuierer, dass der Erfolg nur durch viele Unterstützer möglich war. Gleichzeitig äußerte er persönliche Zweifel im Hinblick auf heutige Klimadebatten, da nach wie vor über Atomkraft diskutiert wird. Dennoch bleibt sein Engagement ein prägendes Beispiel – und seine Erfahrungen will er weitergeben.
(kw)