Eine geplante Fahrradstraße durch den Amberger Stadtteil Ammersricht ist im Stadtrat nun vorerst deutlich gescheitert. Die Route sollte vom Langangerweg über die Hammermeisterstraße bis zum verkehrsberuhigten Bereich an der Alten Grenze verlaufen. Ziel war es, Radfahrern eine durchgängige Vorfahrtsstraße zu bieten und sie von der unübersichtlichen Bayreuther Straße wegzuleiten. Autos hätten die Straße weiterhin befahren dürfen. Insgesamt wären wegen der vielen einmündenden Straßen rund 90 neue Verkehrsschilder nötig gewesen.
Vor gut einem Jahr hatte die Stabsstelle Mobilität mit den Planungen begonnen. Im Stadtrat fand das Vorhaben nun jedoch keine Mehrheit: Mit 12 Ja- zu 24 Nein-Stimmen wurde die Fahrradstraße abgelehnt.
Unterstützung kam unter anderem von den Grünen, der ödp und der Liste Amberg. Die SPD sprach sich gegen das Projekt aus und verwies darauf, dass der existierende Radweg an der Bayreuther Straße ausreichend wäre. Die CSU brachte stattdessen eine abgespeckte Lösung ins Spiel. Sie fordert neue Fahrbahnmarkierungen im Wohngebiet sowie die Asphaltierung des Schotterwegs am Ende der geplanten Strecke – aber ausdrücklich keine Ausweisung als Fahrradstraße. Die Stadtverwaltung prüft diese Möglichkeit jetzt.
Ehrenamt für die jüdische Gemeinde
Ein weiterer wichtiger Tagesordnungspunkt war die mögliche Schaffung eines Beauftragten für jüdisches Leben in der Stadtgesellschaft. Die ehrenamtliche Stelle würde mit dem Stadtrat und der jüdischen Gemeinde zusammenarbeiten, um die Interessen der Gemeinde besser zu vertreten und gegen Antisemitismus anzukämpfen. Der Stadtrat beschloss, die Einführung eines solchen Ehrenamts zunächst prüfen zu lassen. Gegen die Prüfung stimmten lediglich die Vertreter der Linken sowie Aydin Ayten von Amberger Bunt.
Unterstützung erhielt die Idee auch von Rabbiner Elias Dray. Aus seiner Sicht sollte ein Beauftragter nicht nur auf Antisemitismus reagieren, sondern jüdisches Leben in Amberg sichtbarer und erlebbarer machen.
Eine Mammutsitzung – wie üblich
Daneben standen zahlreiche weitere Themen auf der Tagesordnung. Stadtwerke-Geschäftsführer Frank Backowies stellte den Geschäftsbericht für 2025 vor. Zwar sei das Unternehmen etwas schlechter als erwartet aus dem Geschäftsjahr gegangen, insgesamt liege man jedoch weiterhin im Plan.
Nach fast fünf Stunden endete die dritte Mammutsitzung des Stadtrats in Folge. Oberbürgermeister Michael Fritz hofft nun, dass es nach dem Sommer wieder etwas ruhiger wird im Amberger Rathaus.
(sb)