Was will ich einmal werden? Für viele Jugendliche ist das eine der wichtigsten – und zugleich schwierigsten – Fragen. Antworten darauf gab es bei der 19. Ausbildungsmesse in Weiden. Rund 145 Aussteller präsentierten dort mehr als 130 Berufe und zeigten Perspektiven für den Einstieg ins Berufsleben auf.
Dabei hat sich die Ausgangslage auf dem Ausbildungsmarkt deutlich verändert. Während früher Bewerber um Lehrstellen konkurrierten, sind heute die Unternehmen in der Rolle der Werbenden. Nach Angaben der Agentur für Arbeit stehen derzeit etwa 2.300 offene Ausbildungsstellen nur rund 950 Bewerbern gegenüber. „Früher mussten wir Firmen anlocken – heute haben wir eine Warteliste“, sagt der Vorsitzende der Geschäftsführung, Bernhard Lang.
Die Messe gewinnt dadurch an Bedeutung. Zwar findet ein Großteil der Berufsorientierung inzwischen online statt, doch der direkte Kontakt bleibt entscheidend. Unternehmen setzen gezielt auf persönliche Gespräche, um Einblicke in Ausbildung und Betrieb zu geben. Unterstützt werden sie dabei oft von ihren eigenen Auszubildenden, die auf Augenhöhe berichten und praktische Tipps weitergeben.
Neben klassischen Informationsständen bot die Messe auch neue Formate. In Kooperation mit der OTH Amberg-Weiden gab es Vorträge zur Rolle von Künstlicher Intelligenz in Ausbildung und Beruf. Virtual-Reality-Anwendungen ermöglichten zudem erstmals realitätsnahe Einblicke in verschiedene Tätigkeiten – von kaufmännischen über soziale Berufe bis hin zum Handwerk.
Die Ausbildungsmesse zeigt damit nicht nur die Vielfalt der Möglichkeiten, sondern auch einen klaren Trend: Wer heute eine Ausbildung sucht, hat gute Chancen – und kann selbstbewusst auswählen.
(pg)