Mi., 08.04.2026 , 17:05 Uhr

Amberg / Oberpfalz

Bilanz nach einer Woche Spritpreis-Gesetz: Preissprünge und leere Tankstellen

Der Mittags-Sprung bei den Spritpreisen: eine Woche nach dem Inkrafttreten des neuen Preisgesetzes ist er vielen Autofahrern mittlerweile wohlbekannt. Wir haben Bilanz gezogen hinter die Kulissen der Spritpreise geblickt.

Seit dem 1. April dürfen Tankstellen in Deutschland ihre Preise nur noch einmal täglich um 12 Uhr erhöhen. Das sorgt in der Oberpfalz für ein neues Bild: Kurz vor Mittag herrscht Hochbetrieb, danach bleiben viele Zapfsäulen leer. Auch insgesamt wird weniger getankt, beobachtet Rainer Stammler, der Betriebsleiter bei Bergler in Amberg.

Viele Betreiber erhöhen die Preise vorsichtshalber stärker, um Risiken zu vermeiden. Erst, wenn die reellen Preise und Angebote der Großkonzerne eintrudeln, sinken die Zahlen wieder langsam. Es herrsche große Unsicherheit am Markt, so Stammler. Teils bekomme er 20 verschiedene Angebote täglich. Fakt ist: Benzin und Diesel sind seit dem 1. April im Schnitt um 4 bis 11 Cent teurer geworden, trotz vermeintlicher Preisbremse.

Diskussion in der Politik

Politisch wird die Maßnahme unterschiedlich bewertet: CSU-Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht sieht darin ein Kontrollinstrument für das Kartellamt. So könne besser beobachtet werden, ob die Großkonzerne sich untereinander absprechen und unfaire Preise festlegen. Dass die Regelung nicht sofort eine Preissenkung bewirkt hat, sei laut Rupprecht zu erwarten gewesen. Es sei schließlich nur ein einzelner Baustein. Weitere besprechen die Abgeordneten derzeit.

Tina Winklmann von den Grünen zeigt sich wenig beeindruckt vom neuen Spritpreis-Gesetz. Sie wünscht sich Entlastungen auf eine andere Weise: Übergewinne der Ölkonzerne sollten genutzt werden, um Strompreise zu senken. Das würde bei allen Haushalten ankommen und auch die Wirtschaft entlasten. Gleichzeitig sei wichtig, die Bedeutung von Elektromobilität und Rohstoffunabhängigkeit weiter zu betonen.

Wie geht’s weiter?

Einen Preisdeckel, wie etwa in Tschechien, lehnen beide Abgeordnete ab. Hoffnung auf sinkende Preise kommt eher von außen: Nach einer Waffenruhe im Iran-Konflikt sind die Preise bereits leicht gesunken. Wie es weitergeht, das hängt stark davon ab, ob wirklich Frieden einkehrt, so Tankstellenchef Rainer Stammler. Dann könnten die Preise schlagartig sogar um 20 oder 30 Cent fallen.

(sb)

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