Hoher Besuch in der Backstube der Bäckerei Glaab in Schwandorf: EU-Parlaments-Vizepräsidentin Dr. Katarina Barley machte sich dort ein Bild von den aktuellen Herausforderungen des Bäckerhandwerks. Als Brot-Botschafterin will sie die Anliegen der Branche nach Brüssel tragen.
Der Titel „Brot-Botschafter“ wird jährlich vom Zentralverband des Deutschen Bäckerhandwerks am Tag des Deutschen Brotes, dem 5. Mai, vergeben. Für Barley ist es erst der zweite Besuch einer Bäckerei in dieser Funktion – und damit noch ein vergleichsweise neuer Einblick in die Praxis des Handwerks.
Auflagen, Stromkosten und mehr
Im Gespräch mit dem Inhaber der Familienbäckerei, Christian Glaab, wurde deutlich, wo die größten Probleme liegen: Viele gesetzliche Auflagen sorgen dafür, dass der Alltag zunehmend von Büroarbeit geprägt ist. Statt in der Backstube zu stehen, verbringen viele Bäcker heute mehr Zeit mit Dokumentation und Verwaltung. Hinzu kommen steigende Kosten, etwa für Energie und moderne Maschinen, die den wirtschaftlichen Druck zusätzlich erhöhen.
Die Brot-Botschafterin zeigte Verständnis für die Situation und betonte die Bedeutung handwerklich hergestellten Brotes. Dieses sei nicht nur gesünder und qualitativ hochwertig, sondern sichere auch Ausbildungs- und Arbeitsplätze.
Neben Barley waren auch weitere Gäste vor Ort, darunter Parlamentarische Staatssekretärin Martina Englhardt-Kopf sowie der Landesinnungsmeister Günter Wagner. Er brachte eine gute Nachricht mit: Die Zahl der Auszubildenden im Bäckerhandwerk steigt. Um den Nachwuchs müssen die Bäcker sich also wohl weniger Sorgen machen, als über die vielen weiteren Herausforderungen.
(sb)