Die Stichwahlen im Landkreis Schwandorf waren spannend wie kaum sonst wo. Sie haben gezeigt: Sowohl in Schwandorf, als auch in Burglengenfeld, haben die Wähler die alteingesessene CSU erstmal satt.
Im Zentrum steht Andreas Feller. Zwölf Jahre lang Oberbürgermeister n Schwandorf, dann von der eigenen Partei, der CSU, aus dem Rennen genommen. Was wie ein politisches Aus wirkte, wurde nun zum eindrucksvollen Comeback: Mit 65,8 Prozent der Stimmen kehrt Feller ins Amt zurück – ohne Unterstützung der CSU, aber mit deutlichem Rückhalt aus der Bevölkerung. Mit seiner neu gegründeten Bürgerliste Schwandorf geht Feller als klarer, und für manche unerwarteter Sieger aus der Kommunalwahl.
CSU steckt im Super-GAU
Für die CSU hingegen dürfte dieser Abend noch lange nachwirken. Ihr Kandidat Andreas Wopperer konnte bereits im ersten Wahlgang nicht überzeugen. Nur um Haaresbreite schaffte er es überhaupt in die Stichwahl – und auch diesmal blieb er klar hinter Feller zurück. Mit der Entscheidung, Andreas Feller nicht wieder als OB-Kandidat aufzustellen, hat die Schwandorfer CSU den sprichwörtlichen Super-GAU herbeibeschworen – das stellt sich nun heraus. Sie verliert ihren Oberbürgermeistersitz und vier Sitze im Stadtrat. Die Ausgangslage, mit der die CSU in diese Wahl gegangen war, hat sich damit grundlegend verändert.
Klare Zeichen auch in Burglengenfeld
Während Schwandorf politisch neu sortiert wird, zeigt sich im Landkreis ein zweites, nicht weniger deutliches Bild: In Burglengenfeld gelingt der SPD ein klarer Erfolg. Mit 57,4 Prozent gewinnt Martin Antretter die Stichwahl und sorgt für Jubel bei den Sozialdemokraten. Die Stadt knüpft damit an ihre Vergangenheit als SPD-Hochburg an. Auf 24 Jahre SPD mit Heinz Karg folgten 12 Jahre mit CSUler Thomas Gesche an der Spitze – nun regiert wieder die SPD. Trotz der immer schwächer werdenden Sozialdemokraten in Bayern zeigt sich damit: die Kommunalwahl folgt nicht immer den großen Trends. Eigene Städte haben ihre eigenen Regeln.
Trotzdem steht der Wahlabend im Landkreis Schwandorf exemplarisch für eine Entwicklung, die vielerorts zu beobachten ist: Die CSU verliert an Rückhalt. Die politischen Bühnen wurden neu besetzt – und die CSU wird sich in Zukunft wohl nicht mehr in derselben Sicherheit wiegen können, wie in den vergangenen Jahren.
(sb)