Seit 18 Jahren sitzt Joachim Neuß auf dem Chefsessel des Rathauses in Auerbach. Doch bei der Kommunalwahl hat er einen Dämpfer hinnehmen müssen: Er bekam 33,1% der Stimmen – nur rund halb so viel wie 2020. Neuß hatte mit mehr gerechnet – aber er führt das schlechte Ergebnis darauf zurück, dass es in letzter Zeit unpopuläre Themen in Auerbach gegeben hat, wie zum Beispiel die Sanierung der Kläranlage, für die die Bürger mitzahlen müssen. „Das macht natürlich nicht lustig im Wahlkampf“, weiß Neuß.
Neuß tritt für die Wählergemeinschaft Aufschwung Auerbach an. Die Auerbacher sollten dem Amtsinhaber nochmal ihr Kreuzchen geben, „weil sie wissen, was sie bei mir bekommen.“, wirbt Neuß um Stimmen. Auerbach habe in den 18 Jahren seiner Amtszeit eine gute Entwicklung hingelegt. „Und ich kann Mehrheiten im Stadtrat sichern.“, betont Neuß.
Herausforderin: Birgit Barth von der CSU
Das beste Ergebnis im ersten Wahldurchgang in Auerbach holte Birgit Barth von der CSU mit 44,8% der Stimmen. Sie ist überzeugt: Es braucht einen Wechsel im Auerbacher Rathaus. „Ich denke, dass man mit der Zeit auch ein bisschen betriebsblind wird.“, so ihre Meinung.
Die 53-Jährige arbeitet als Dozentin in der Erwachsenenbildung und als Business Coach. Seit 2020 sitzt sie im Kreistag und im Auerbacher Stadtrat. Nun will sie auch als Bürgermeisterin etwas bewegen. Sie möchte dabei für mehr Transparenz sorgen, wie Entscheidungen entstehen, so Barth.
Stichwahl in Vilseck
Wo es ganz sicher einen neuen Bürgermeister geben wird, ist Vilseck, den der langjährige Amtsinhaber Hans-Martin Schertl tritt nicht mehr an.
Thorsten Grädler ist der Kandidat für den Einheitsblock Freie Wählerschaft Vilseck und holte mit 44% die meisten Stimmen. Der 62-Jährige ist Vertriebsdirektor in der Bankenbetreuung. Politisch engagiert er sich als Stadtrat, Kreisrat und 2. Bürgermeister.
Grädler hat drei Hauptziele. Erstens die Abgaben für Bürger möglichst niedrig zu halten. Zweitens in die Zukunft der Kinder zu investieren. Und drittens im neuen Gewerbegebiet dafür zu sorgen, dass sich neue Unternehmen ansiedeln, um auch die Abhängigkeit vom US-Truppenübungsplatz zu reduzieren.
Stadtkämmerer will Bürgermeister werden
Grädlers Gegenkandidat kommt von der Wählergemeinschaft Arbeitnehmer-Eigenheimer. Frederic Pröls holte am Wahltag 34,2 % der Stimmen. Pröls ist 32 Jahre alt, arbeitet seit 16 Jahren in der Stadtverwaltung und ist seit sechs Jahren Kämmerer. Er ist überzeugt, dass es einen Generationenwechsel im Rathaus braucht, um Vilseck weiterzuentwickeln. Er könne ein Bürgermeister „mit einer langfristigen Perspektive“ sein, so Pröls.
Wer die neuen Bürgermeister werden, können am 22. März rund 11.500 Menschen in Auerbach und Vilseck entscheiden.
(az)