Am Wochenende hatte unser Grundgesetz Geburtstag: 77 Jahre alt ist es geworden. Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier ist der Meinung: Daran sollte nicht nur erinnert werden – sondern die Menschen in Deutschland sollten das aktiv feiern. Er hat den 23. Mai deswegen zum sogenannten „Ehrentag“ ernannt und hat Menschen in ganz Deutschland aufgerufen, mit Mitmach-Aktionen ehrenamtliches Engagement in den Fokus zu stellen. Daran beteiligt haben sich auch Amberg und Weiden.
In der Weidener Fußgängerzone informierte Andreas Hruschka zum Beispiel über seinen Verein „Zusammen erreichen wir mehr“. Dessen Mitglieder unterstützen durch Spendensammlungen und durchs Anpacken bei Veranstaltungen Hospizarbeit in der Region. Ehrenamtliches Engagement für einen wichtigen Zweck, bei dem momentan etwa 20 Mitglieder aktiv mithelfen. „Ich denke, in der Hospizarbeit ist es besonders schwer, Ehrenamtliche zu finden, weil das ein Tabu-Thema ist.“, schätzt Hruschka. „Aber wenn man die Arbeit mal selber erlebt, merkt man: Das ist eigentlich total schön.“
Mitmach-Aktionen in ganz Deutschland
Wie schön und vor allem wie wichtig das Ehrenamt ist, das sollte an diesem Tag im Mittelpunkt stehen. Am sogenannten „Ehrentag“ anlässlich des 77. Geburtstags des Grundgesetzes. „Der Hintergrund ist: Nur wenn man Menschen hat, die sich engagieren, dann kann Demokratie auch funktionieren.“, erklärt Susanne Reinhardt, Koordinatorin des Projekts „Demokratie leben“ in Weiden.
Rund 20 Organisationen haben sich allein in Weiden beteiligt: Von Sportvereinen über die Telefonseelsorge bis hin zu gesellschaftlich-politischen Organisationen. Auch außerhalb der Altstadt haben acht Vereine vor Ort ihre Arbeit präsentiert, zum Beispiel der Zug- und Begleithundeverein, der Aero Club oder der Förderverein für Denkmalschutz. In Amberg beteiligte sich das Cineplex an dem Mitmachtag und öffnete sein Foyer für Vereine und Organisationen wie Kunterbunt oder den Kinderschutzbund.
Für das Ehrenamt begeistern
All das sollte helfen, ehrenamtliches Engagement in seiner Vielfalt sichtbar zu machen – und genau das sei wichtig, um Menschen dazu zu bringen, sich zu engagieren, so die Überzeugung von Weidens Oberbürgermeister Benjamin Zeitler. „Ich glaube, es bringt schon viel, darüber zu sprechen. Ich persönlich habe immer vom Ehrenamt profitiert und das hat mich vorangebracht. Wenn man den Menschen sagt, das Leben hat mehr Sinn, wenn man sich für andere engagiert, dann ist das eine tolle Botschaft. Mit Begeisterung sein Ehrenamt vorleben, das ist die beste Werbung.“ so Zeitler.
Und begeistert von ihrem Ehrenamt sind hier viele: Zum Beispiel auch Andreas Hruschka. Er weiß: Freiwilliges Engagement, das ist nicht nur anstrengend, sondern kann auch sehr erfüllend sein. „Wir waren zum Beispiel gestern mit dem Wünschewagen der Malteser unterwegs. Eine alte Dame aus dem Hospiz wollte unbedingt nochmal ihren Mann und ihre Familie im Bayerischen Wald besuchen. Es ist einfach unbeschreiblich, einen Menschen zu glücklich zu machen. Genau deswegen macht man das.“, erklärt Hruschka.
Rund 27 Millionen Menschen in Deutschland arbeiten ehrenamtlich, das ist mehr als jeder Dritte. Damit das noch mehr werden, hat Andreas Hruschka einen Wunsch: Die Bürokratie rund ums Ehrenamt sollte einfacher werden, so Hruschka. „Ehrenamt ist Zeit, die wir verschenken. Und die sollte so unkompliziert wie möglich gemacht werden.“
(az)