Wie erlebte eine kleine Oberpfälzer Stadt das Ende des Zweiten Weltkriegs? Die Sonderausstellung „Die Stunde Null – Neunburg vorm Wald 1945 – Hier. Damals. Wir.“ im Schwarzachtaler Heimatmuseum gibt darauf eindrucksvolle Antworten.
Zu sehen sind historische Dokumente, Flugblätter der Amerikaner, persönliche Aufzeichnungen und teils erschütternde Bilder der Folgen der Todesmärsche von KZ-Häftlingen. Museumsleiter Johannes Steidl zeigt dabei, wie alltäglich Nationalsozialismus auch in Neunburg vorm Wald gewesen ist.
Besonders bewegend sind die Berichte der damaligen Rathausmitarbeiterin Rosa Hastreiter über den Einmarsch der Amerikaner im April 1945. Auch die Folgen der Todesmärsche werden thematisiert. Amerikanische Soldaten zwangen die Bevölkerung damals, die Leichen ermordeter KZ-Häftlinge zu bergen und würdig zu bestatten.
Ein besonderes Exponat ist die Jacke des polnisch-jüdischen KZ-Häftlings Mejlech Gur, der Auschwitz und Flossenbürg überlebte. Die Ausstellung läuft mindestens bis Ende des Jahres.
(pg)