Fünf Angeklagte, 11 Verteidiger, 39 Verhandlungstage und sehr viel Sicherheitspersonal. Es ist ein sehr aufwendiger Prozess, der aktuell vor dem Landgericht Amberg verhandelt wird. Es geht mutmaßlich um den Zusammenschluss einer kriminellen Bande, um Handel mit Drogen und Kriegswaffen. Am heutigen 32. Verhandlungstag teilten sich die fünf Angeklagten in zwei Lager: Zwei schwiegen weiterhin, drei haben sich aber zu den Vorwürfen geäußert.
Verständigung mit drei von fünf Angeklagten
Drei von fünf Angeklagten haben heute im Schwurgerichtssaal des Amberger Landgerichts ihre Taten gestanden. Die fünf mutmaßlichen Bandenmitglieder müssen sich seit Februar vor dem Gericht verantworten, weil ihnen die Staatsanwaltschaft den bandenmäßigen Handel mit Drogen und Kriegswaffen vorwirft. Sie sollen für Raub-, Diebstahl- und Einbruchsdelikte verantwortlich sein.
Mit drei der fünf Angeklagten kam eine Verständigung, also ein Deal, zustande: Sie legten deswegen heute Geständnisse ab, im Gegenzug stellt ihnen das Gericht einen milderen Strafrahmen in Aussicht. Zwei der Angeklagten, 41 und 49 Jahre alt, ließen sich nicht auf die Verständigung ein.
Kriminelle Vergangenheit in der Oberpfalz
Der 49-Jährige ist ein Mann, über dessen kriminelle Vergangenheit in einem der letzten Verhandlungstermine mehr bekannt geworden ist: Er saß bereits 2018 vor dem Landgericht Weiden als Angeklagter in einem der drei sogenannten Rio-Prozesse und wurde für einen brutalen Raubüberfall auf zwei Senioren in Grafenwöhr verurteilt.
Der Rio-Räuber war 2018 zu zehn Jahren Haft verurteilt worden. Er wurde nach einem Teil der Haftstrafe in sein Heimatland, die Ukraine abgeschoben, ist aber 2023 wieder illegal nach Deutschland eingereist. Das bedeutet: Er ist hier nun wieder in einer JVA und muss den Rest seiner Haftstrafe absitzen.
„Angeklagter hatte keine Kontakte außerhalb der Drogenszene mehr“
Ein weiterer Angeklagter stand heute Vormittag außerdem im Fokus von Gutachter Dr. Thomas Wenske. Er gab seine psychiatrische Einschätzung zu dem 40-jährigen Angeklagten ab. Dieser habe bereits in seiner Jugend begonnen, verschiedene schwere Drogen zu nehmen und stecke seitdem tief in der Drogenszene fest. Alle drei der geständigen Angeklagten berichteten heute von ihrer Drogenabhängigkeit – sie hatten sich auch an der Bande beteiligt, um ihre eigene Drogensucht befriedigen zu können. Wie das Gericht über die fünf Männer urteilt, soll voraussichtlich Ende Juni feststehen.
(az)