Flodi ist gerade ganz schüchtern, kein Wunder, wenn eine große Kamera auf ein nur fünf Zentimeter kleines Mäuschen gerichtet ist – eine Fledermaus, mutterlos gefunden am Boden eines Kellers in Kohlberg. Bei Heidi Bauer, die regelmäßig Jungtiere aufpäppelt, findet das Weibchen nun Schutz. In etwa einer Woche sollen erste Mini-Flugrunden möglich sein, doch im Moment bestimmt die Pflege den Alltag: Gegen 10 Uhr mischt Heidi eine Flasche mit 37 Grad warmer Welpenmilch, acht Fütterungen am Tag sind nötig. So niedlich das wirkt, Flodi muss bald ohne Heidi zurechtkommen, denn Jungtiere bleiben nur wenige Wochen in Pflege. Viele überstehen ihr erstes Jahr nicht, stürzen ab, verhungern oder werden Beute. Heidi kennt diese Risiken, sie hat schon Tiere verloren, die sie wochenlang gepflegt hat, und hofft dennoch jedes Mal aufs Neue, dass sie wieder in die Freiheit zurück können. Ob Flodi es schaffen wird?
(ls)