Mo., 18.08.2025 , 11:25 Uhr

Sulzbach-Rosenberg

Ein Turm voller Worte: Das Turmstipendium in Sulzbach-Rosenberg

Was passiert, wenn man Autoren für einen Monat in einen stillen Turm über den Dächern einer Stadt schickt? In Sulzbach-Rosenberg gibt es ein sogenanntes Turmstipendium. Wir haben den Turm besichtigt und einen Blick hinter die Kulissen dieses besonderen Projekts geworfen.

Hoch oben über den Dächern von Sulzbach-Rosenberg, im ehemaligen Wehrturm der Stadt, beginnt jedes Jahr eine ganz besondere literarische Reise. Denn das Literaturarchiv Sulzbach-Rosenberg und die Stadt vergeben ein einzigartiges Stipendium: Einen Monat lang darf ein ausgewählter Autor im Turm wohnen und an seinen lyrischen Werken feilen.

Ein kreativer Rückzugsort mit Charakter

„Die Autoren sollen hier ihren fast fertigen Romanen oder Gedichtbänden den letzten Schliff geben“, erklärt Patricia Preuß, Programmleiterin des Literaturhauses Oberpfalz. Die Einrichtung im Turm ist bewusst minimalistisch gehalten – damit die besondere Atmosphäre des Ortes wirken kann. Und ja, das WC mitten im Gang gehört ganz selbstverständlich zum Turmerlebnis dazu.

Inspiration zwischen Geschichte und Natur

Im Jahr 2024 war der Berliner Autor Tomer Dotan-Dreyfus der erste Stipendiat der Rapunzel-Residenz. Für ihn war die Isolation im Turm kein Rückzug, sondern ein kreativer Raum. Besonders die Natur rund um Sulzbach-Rosenberg und die historische Kulisse der Stadt haben ihn zum Schreiben inspiriert. „Für Autoren hat die Stadt einiges zu bieten“, betont Dotan-Dreyfus. Das Literaturarchiv lädt mit vielfältigen Angeboten zum kreativen Arbeiten ein – darunter auch Schreibseminare und Workshops.

Wer darf sich bewerben?

Eine direkte Bewerbung für das Turmstipendium ist nicht möglich. Nur deutschsprachige Verlage oder Lektorinnen und Lektoren dürfen Kandidaten vorschlagen. Die Bewerbungsphase läuft noch bis Mitte Oktober. Im Mai des kommenden Jahres zieht dann ein neuer Autor in den Turm ein – und lebt dort einen Monat lang wie im Märchen.

(ls)

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