Mi., 03.12.2025 , 16:34 Uhr

Grafenwöhr

Erster Cannabis-Club in Bayern gibt legal Gras aus – Buds Collective schreibt Geschichte

In Grafenwöhr hat erstmals ein Cannabis-Anbauverein legal Cannabis an seine Mitglieder ausgegeben. Damit gelingt dem Buds Collective, woran im ganzen Freistaat bisher alle Clubs gescheitert sind.

In Grafenwöhr ist einem Cannabis-Club gelungen, was in Bayern bislang unmöglich schien: Buds Collective hat erstmals legal Cannabis an seine Mitglieder ausgegeben. Rund 50 Vereinsmitglieder konnten am Wochenende ihre vorbestellten Sorten abholen – kontrolliert, dokumentiert und genehmigt. Für den Präventionsbeauftragten des Vereins Aurel Berlinski ist der Schritt eine enorme Erleichterung.

Bayern gilt nach wie vor als besonders restriktiv im Umgang mit dem Cannabisgesetz. Clubs kämpfen seit Monaten mit Auflagen, baulichen Anforderungen und juristischen Unsicherheiten. Auch Buds Collective stand noch eine Woche vor der Erstausgabe vor einem erneuten Rückschlag: Das Landesamt für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit äußerte kurzfristig Bedenken, woraufhin der Verein die Abgabe zunächst stoppte. Bei einer späteren Vor-Ort-Kontrolle gaben die Behörden grünes Licht.

Um Konflikte zu vermeiden, hat der Club seine Ausgabestelle vollständig abgeschirmt. Außenstehende sollen weder Einblick erhalten noch mit dem Vorgang konfrontiert werden. Der Anbau selbst findet nicht in Bayern statt, sondern in Sachsen. Dort, so Berlinski, sei die Zusammenarbeit mit den Behörden deutlich unkomplizierter. Mit Transportgenehmigung wird das geerntete Cannabis anschließend nach Grafenwöhr gebracht.

Buds Collective zählt inzwischen rund 350 Mitglieder. Sie dürfen zwei Mal im Monat bis zu 25 Gramm abholen – ausschließlich für den Eigenbedarf. Der Verein betont, dass die kontrollierte Abgabe helfen soll, den Schwarzmarkt zurückzudrängen und den Konsum sicherer zu machen. Gleichzeitig steht für die Verantwortlichen im Vordergrund, Mitglieder über Risiken aufzuklären und einen verantwortungsvollen Umgang zu fördern.

In Sachsen betreibt Buds Collective bereits eine weitere Ausgabestelle. Auch andere Clubs in Bayern stehen mit dem Verein im Austausch, um von dessen Vorgehen zu lernen. Das Ziel ist klar: Möglichst vielen Anbauvereinen soll es gelingen, legale Strukturen aufzubauen und handlungsfähig zu werden. In Grafenwöhr ist dafür jetzt der erste Schritt gemacht.

(pg)

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