Fr., 19.05.2017 , 14:53 Uhr

Etappensieg für die Grammer AG

Im Kampf der Amberger Grammer AG gegen die feindliche Übernahme durch die Investoren-Familie Hastor ist heute in Nürnberg ein Urteil verkündet worden. Demnach durfte der Konzern Aktien an den strategischen Partner Ningbo Jifeng ausgeben.

Wie berichtet hatte die 3. Handelskammer des Landgerichts Nürnberg Fürth zu klären, ob die Hastor-Gruppe Prevent die Ausgabe verbieten lassen kann. Denn mit dieser Aktienausgabe sinkt der Einfluss von Hastor bei der Hauptversammlung am 24. Mai. Dort möchte der Investor die Kontrolle über die Grammer AG übernehmen. Wie Gerichtssprecher Friedrich Weitner mitteilte, wurde im Endurteil die einstweilige Verfügung aufgehoben, die es der Grammer AG untersagt hatte, Aktien einer begebenen Pflichtwandelanleihe an die JAP Capital Holding GmbH auszugeben.

Auf Antrag der Prevent DEV GmbH hatte die 3. Kammer für Handelssachen des Landgerichts Nürnberg-Fürth am 31. März 2017 eine einstweilige Verfügung gegen die Grammer AG erlassen. Darin wurde es dieser untersagt, bis zu einer Freigabe durch das Bundeskartellamt bzw. dem Ablauf bestimmter Fristen Aktien an die JAP Capital Holding GmbH in Ausübung einer Pflichtwandelanleihe über einen Nennbetrag von 60 Millionen EUR auszugeben. Die Grammer AG hatte gegen die einstweilige Verfügung Widerspruch eingelegt. Nach Eingang des Widerspruchs stellte die Kammer für Handelssachen am 25. April 2017 die Zwangsvollstreckung aus der einstweiligen Verfügung vorläufig ein. Nachdem am 16. Mai 2017 mündlich über den Widerspruch verhandelt worden war, hat das Landgericht heute Mittag durch Endurteil die einstweilige Verfügung aufgehoben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Inzwischen setzt sich laut Grammer-Vorstand Hartmut Müller die Entwicklung fort, dass verunicherte Kunden ihre Aufträge einfrieren oder zurückziehen. Der Aktienkurs sinkt. In wieweit sich die Entwicklungen und das heutige Urteil auf die Abstimmungen bei der Aktionärsversammlung auswirken, ist völlig unklar. (gb)

Aktionärsversammlung Alexander Walther amberg Aufsichtsrat Bayern BMW Cascade Endurteil Franz Enderle gbeer Gerhard Beer Grammer AG Halog Handelskammer Hartmut Müller Hastor Hauptversammlung Horst Ott JAP Capital Holding GmbH Kanzlei Ashurst LLP Kanzlei Bub und Gauweiler Machtkampf Ningbo Jifeng Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Prevent Prozess Landgericht Nürnberg Übernahmeversuch VW Wirtschaftskrieg

Das könnte Dich auch interessieren

16.03.2026 01:10 Min Stichwahlkampf in Amberg Stefan Ott, der Oberbürgermeister-Kandidat der CSU in Amberg muss in die erste Stichwahl seit 1952 in Amberg. Er ist der Wunsch-Nachfolger von Oberbürgermeister Michal Cerny (CSU), der nicht mehr zur Wahl angetreten ist. Am 8. März holte Stefan Ott aber nicht die absolute Mehrheit, er bekam 40,8 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent in der Stichwahl 06.03.2026 04:16 Min Tanktourismus nach Tschechien nimmt zu Seit dem Angriff auf den Iran weitet sich die Krise aus. In Deutschland merken vor allem die Autofahrer die Auswirkungen des Krieges. Noch immer steigen die Preise für Benzin und vor allem für Diesel an. Die Zwei-Euro-Marke ist für beides bereits überschritten. Im oberpfälzer Grenzgebiet steigt deshalb der Tanktourismus stark an. Deutschland hat andere Steuern 20.02.2026 03:31 Min Spektakulärer Bandenprozess Unter schweren Sicherheitsvorkehrungen ist heute in Amberg der Prozess gegen eine mutmaßliche Waffen- und Drogenbande eröffnet worden. Angeklagt sind fünf Männer im Alter zwischen 39 und 48 Jahren, die sich zu einer kriminellen Vereinigung zusammengeschlossen haben, um an Geld zu kommen. Sie sollen mit Drogen und Kriegs-Waffen gehandelt haben und durch Raub, Einbruch und Diebstahl 16.02.2026 00:39 Min Björn Höcke in Weiden Völlig unspektakulär verlief dagegen der Besuch Björn Höckes am Freitag in Weiden. Die Parteikundgebung war erst gar nicht angekündigt worden. Parteiintern trafen sich rund 150 AfD-Anhänger im Gasthaus Zum Alten Schuster. „Es war eine sehr schöne Veranstaltung“ postete Björn Höcke auf Instagram. Der 53-Jährige gilt als rechtsextrem, er ist schon zwei Mal rechtskräftig wegen Nazi-Parolen