Gastmutter Gaby Laurich berichtet von ihren langjährigen Erfahrungen als Gastfamilie im deutsch-tschechischen Schüleraustausch. Sie schilderte, dass ihre Familie durch die Begegnungen viele Freundschaften geschlossen habe und dieses Erlebnis auf keinen Fall missen wolle – ein Eindruck, der im Saal spürbar ankam.
In der Podiumsdiskussion der SPD ging es um grenzüberschreitendes Leben, Lernen und Arbeiten in der Oberpfalz. Bernhard Lang von der Agentur für Arbeit hob die hohe Qualität der Ausbildung etwa in Pilsen hervor. Gleichzeitig machte er deutlich, dass tschechische Abschlüsse in Deutschland noch immer zu wenig anerkannt würden.
Ein weiteres großes Thema war die Sprache. Kathrin Freier-Maldoner, Leiterin des Koordinierungszentrums für den deutsch-tschechischen Jugendaustausch, unterstrich, dass jeder investierte Euro in Sprachförderung gut angelegt sei. Sie warb dafür, bereits im Kindergarten gemeinsame Projekte mit den Nachbarn zu starten, um langfristige Verbindungen zu schaffen. Und hob hervor, wie wichtig es sei, Projekte nicht nur anzustoßen, sondern sie auch in Kontinuität zu überführen. Auch die Frage, wie selbstverständlich Europa geworden ist, spielte eine Rolle. Susanne Hauer vom Oberpfälzer Kunstverein warnte davor, diese Selbstverständlichkeit als gegeben hinzunehmen.
Am Ende war sich die Runde einig: Die Grenzregion Oberpfalz ist auf Tschechien angewiesen – und Tschechien auf uns. Beide Seiten profitieren voneinander. Dafür müssen alle gemeinsam einstehen, damit Europa grenzenlos bleibt und die entstandenen Freundschaften weiter wachsen können.
(ls)