Spazieren gehen und dabei ins Gespräch kommen – genau darum ging es bei den Gehsprächen in Bodenwöhr. Im Mittelpunkt standen die Themen Wasser, Boden und Klima. Vor dem Hintergrund der jüngsten Starkregenereignisse im Landkreis Schwandorf tauschten sich Fachleute, Kommunalvertreter und Interessierte darüber aus, wie sich die Folgen solcher Wetterextreme künftig besser abmildern lassen.
Renaturierung als Schutz vor Starkregen
Bürgermeister Georg Hoffmann stellte Maßnahmen vor, die die Gemeinde bereits umsetzt. Im Rahmen eines laufenden Flurneuordnungsverfahrens werden Gewässer renaturiert und ökologische Projekte gefördert. Solche Maßnahmen bringen laut Hoffmann nicht nur zusätzliche Fördermittel, sondern gleichen auch Eingriffe wie den Neubau von Wegen aus, indem der Natur an anderer Stelle wieder Fläche zurückgegeben wird.
Gesunder Boden als natürlicher Wasserspeicher
Franz Rösl von der Interessengemeinschaft gesunder Boden betonte die zentrale Rolle eines intakten Bodens beim Schutz vor Starkregen. Ziel müsse es sein, die Aufnahmefähigkeit der Böden deutlich zu verbessern. Dazu könne jeder Bodenbewirtschafter beitragen – etwa durch vielfältigere Fruchtfolgen, Untersaaten oder eine angepasste Bewirtschaftung. Nur wenn Landwirtschaft, Forstwirtschaft und weitere Akteure gemeinsam handeln, lasse sich die Bodengesundheit langfristig stärken.
Klimaschutz zum Anfassen
Die Gehspräche sind eine Initiative des Bezirks Oberpfalz und der Unternehmerinitiative „OHA! Ostbayern handelt“. Ziel ist es, Klimaschutz greifbar zu machen und Menschen direkt vor Ort miteinander ins Gespräch zu bringen. Vorsitzender Eduard Wagner erklärte, dass praktische Erfahrungen – wie das Erleben und Anfassen des Bodens – nachhaltiger wirken als reine Theorie und die Teilnehmer so einen direkteren Bezug zu den Themen entwickeln.
Die Veranstaltungsreihe wird auch im kommenden Jahr fortgesetzt. Wo die nächsten Gehspräche stattfinden und welches Thema dann im Mittelpunkt steht, steht bislang noch nicht fest.
(kw)