Die Kommunalwahl wirft in Schwandorf ihre Schatten voraus – und sie beginnt für die CSU mit einer sichtbaren Zerreißprobe. Oberbürgermeister Andreas Feller, selbst CSU-Mitglied, fehlte beim Jahresempfang der Partei. Der Grund: Die CSU-Stadtratsfraktion hatte nicht ihn, sondern den zweiten Bürgermeister Andreas Wopperer zu ihrem neuen Oberbürgermeisterkandidaten gekürt. Hintergrund ist wohl die Kontroverse rund um rechtswidrige Baugenehmigungen, die Feller 2024 erteilt hatte.
Feller nimmt diese Entscheidung allerdings nicht leichtfertig hin und tritt nun als unabhängiger Kandidat mit der Bürgerliste Schwandorf an. Seitdem ist das Verhältnis zwischen Partei und dem amtierenden OB merklich angespannt. Schon längst ist er nicht mehr Teil seiner eigenen Stadtratsfraktion. Wopperer betont dennoch, man gehe innerhalb der CSU sachlich mit der Situation um.
Jahresempfang mit zwei leeren Stühlen
Auffällig war es dennoch, dass Feller beim CSU-Jahresempfang in Schwandorf nicht anwesend war. Allerdings war er damit nicht der einzige hochrangige CSUler, der fehlte. Hauptrednerin und Landwirtschaftsministerin Michaela Kaniber musste kurzfristig wegen eines Trauerfalls absagen. Ihre Rede übernahm Martina Englhardt-Kopf, parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat. Vor allem über Welt- und Bundespolitische Themen wie die Rolle der USA und den Anschlag auf das Berliner Stromnetz ging Englhardt-Kopf darin ein.
Dass die CSU-Spaltung in Schwandorf der Partei im Wahlkampf schaden könnte, schließt die Fraktion nicht aus. Eine andere Herausforderung sei jedoch deutlich gravierender: die große Zahl an Mitbewerbern. Insgesamt sieben Kandidaten treten bei der Oberbürgermeisterwahl in Schwandorf an. Für Andreas Wopperer ist deshalb klar, dass kaum ein Weg an einer Stichwahl vorbeiführt – und doch zeigt sich die Partei zuversichtlich. Der Wahlkampf läuft auch Hochtouren. Mehrere Tausend Haustürgespräche hätten die Helfer mittlerweile schon geführt.
(sb)