Mi., 14.11.2018 , 16:29 Uhr

Hasenpest: Ein ungewöhnliches Phänomen?

Elf Personen sind im Landkreis Schwandorf nach einer Treibjagd an Hasenpest erkrankt. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt: Waren es doch so viele Betroffene und nicht klar, ob sich nicht weitere Personen identifizieren würden. Doch nun sind alle verseuchten Hasen sichergestellt und alle Erkrankten aus dem Krankenhaus entlassen worden.

Trotzdem ist die Gefahr einer Ansteckung mit Hasenpest lange nicht vorbei. Denn Hasenpest ist kein Phänomen aus diesem Jahr. Sie gibt es ständig. Heißt das jetzt, Spaziergänger und Jäger müssen vorsichtiger sein? Nein, meinen beispielsweise die Jäger aus Schwandorf. Am Telefon sagte uns der Vorsitzende des Jägervereins Hubertus Schwandorf e.V., Johann Vornlocher, dass die Gefahr einer Ansteckung nicht größer sei, als all die Jahre zuvor. Die Hasenpest ist nur präsenter, weil sich so viele Personen auf einmal angesteckt hätten.

Burkhard Graf Beissel von Gymnich ließ sich deshalb nicht beunruhigen, als die Hasenpest in den vergangenen Tagen großes Thema in den Medien war. Die Häufung der Infizierungen sei ein bedauerlicher Einzelfall. Der Vorsitzende des Bayerischen Jagdverbands Kreisgruppe Nabburg warnt aber trotzdem vor einer Hasenpest-Hysterie. Es sei eine ganz normale Krankheit, mit der Jäger in der Regel gut umgehen könnten. Auch im Schwandorfer Fall sind alle Erkrankten wieder auf dem Weg der Besserung. Tatsächlich ist die Hasenpest, die eigentlich Tularämie heißt, für Menschen kaum gefährlich. Beim Robert Koch-Institut heißt es dazu:

Das klinische Bild der Tularämie ist unspezifisch. Neben grippeähnlichen Symptomen kann das klinische Bild bei Tularämie sehr vielfältig sein. Bei Infektionen mit dem in Europa auftretenden Subtyp holarctica kommt es oft zur Spontanheilung; Todesfälle sind, auch ohne Behandlung, sehr selten.

Trotzdem warnt Graf Beissel von Gymnich davor, allzu fahrlässig damit umzugehen. Deshalb sein Tipp an alle Spaziergänger, die verendetes Wild finden: Am besten gleich einen Jäger rufen und das Wild auf keinen Fall berühren. Für die Jäger ändere sich nichts. Alle wüssten, was zu tun sei: Nämlich mit Mundschutz und Handschuhen zu arbeiten und verseuchte Tiere umgehend zu melden. Der Hasenpest-Fall in Schwandorf habe ohnehin eindrucksvoll gezeigt, wie gut Kontrollmechanismen beim Jagdgeschehen funktionieren.(eg)

Graf Beissel von Gymnich Guteneck Hase Hasenpest Hochsitz Jaeger Jagd Jagdverband Jagdverein Jägersitz Jägerverband Nabburg Nebel Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Schießen Schuss Wald

Das könnte Dich auch interessieren

10.02.2026 00:45 Min Große Sportlerehrung in Schwandorf Der Landkreises Schwandorf und der Landkreissportverband Schwandorf haben 200 Personen, darunter viele Sportler wie auch ehrenamtliche Funktionäre in der Nordgauhalle Nabburg, geehrt. Landrat Thomas Ebeling würdigte die seiner Meinung nach beeindruckende Leistungsvielfalt und betonte die große Bedeutung des Engagements hinter den sportlichen Erfolgen. Ausgezeichnet wurden sowohl Nachwuchstalente als auch Sportlerinnen und Sportler mit nationalen und 06.02.2026 00:32 Min Großer Empfang der Faschingsgesellschaften in Nabburg 10 Faschingsgesellschaften mit rund 220 Mitgliedern aus dem Landkreis Schwandorf hatte Landrat Thomas Ebeling zum traditionellen Faschingsempfang in die Nordgauhalle Nabburg geladen. Ebeling würdigte bei dem Empfang das ehrenamtliche Engagement der Vereine und dankte den Verantwortlichen für ihre intensive Jugendarbeit. Gleichzeitig feierte die Faschingsgesellschaft Nabburg ihr 44-jähriges Jubiläum. Der Verein richtet am Sonntag auch den 16.03.2026 00:33 Min Saisoneröffnung des Freilandmuseums Oberpfalz Das Freilandmuseum Oberpfalz hat wieder geöffnet. In diesem Jahr lautet das Motto „Neu aufgerollt“, welches sich mit der Herstellung von historischen Wanddekorationen befasst. Dazu gibt es eine Sonderausstellung mit historischen Farb- und Musterwalzen. Geplant sind in dieser Saison über 170 besondere Aktionstage, darunter der Tag der Museumstiere, die Aktionstage zur Oberpfälzer Baukultur und zur Kulturlandschaft 16.03.2026 00:32 Min Großbrand in Bruck Der Brand in einer Autowerkstatt in Bruck im Landkreis Schwandorf hat für einen Großeinsatz von Feuerwehr und Rettungskräften gesorgt. Laut eines Polizeisprechers war das Feuer in einer Halle des Betriebs ausgebrochen, in der unter anderem mehrere Autos standen. Trotz des Einsatzes der über 100 Einsatzkräfte brannte die Halle komplett aus. Die Polizei schätzt den Sachschaden