Zum letzten Mal gehört die Bühne im großen Rathaussaal Michael Cerny. 12 Jahre Oberbürgermeister. Das sind mehr als 120 Stadtratssitzungen. Mehr als 35.000 Stunden Arbeit für die Stadt Amberg. Er sei jeden Tag gern ins Rathaus gegangen, war nicht einen einzigen Tag krank – sieht man von zwei Tagen Krankenhaus wegen einer gerissenen Archillessehne ab. Nach diesen Zahlen, nach dieser Ära, war klar, dass der Abschied emotional werden würde.
Seiner Frau machte Cerny eine Liebeserklärung. Sie sei die beste Ehefrau der Welt, seine Stütze, seine schärfste Kritikerin. Auch klar: Bei dem Arbeitspensum musste die Familie zurückstecken. Auch seine drei Kinder. Sie seien sein ganzer Stolz.
Inhaltlich blickte Cerny auf eine bewegende Zeit zurück – die Fliegerbombenfunde, die ankommenden ukrainischen Flüchtlinge, die Coronazeit. Im Stadtrat hätte es öfter Diskussionen gegeben. Ein Parkplatz mehr oder weniger – ja das sei wichtig. Aber wichtiger sei, dass man in entscheidenden Punkten immer an einem Strang gezogen habe. Etwa bei der Erklärung der Demokratiewerte.
Eine Ära endet, eine neue hat begonnen. Michael Cerny übergab die Amtskette seinem Nachfolger Michael Fritz – mit den besten Wünschen, dass er die richtige Hand habe bei der Führung der Stadt.
Michael Fritz – ein Überraschungs-Oberbürgermeister, einer, der keine Mehrheit im Stadtrat hinter sich hat. Aber diesem die Hand ausstreckt. Man sei in der Farbe getrennt, aber in der Sache geeint.
(mz)