Mo., 13.04.2026 , 14:23 Uhr

Weiherhammer

Hohe Spritpreise verteuern vieles – was Unternehmen und Verbraucherschützer fordern

Die hohen Spritpreise treffen auch Speditionsunternehmen. Diese geben die Mehrkosten meist an ihre Kunden weiter – letztendlich landen sie dann beim Endverbraucher. Was IHK und Verbraucherschützer fordern, sehen sie gleich.

Katharina Weber leitet das Speditionsunternehmen Weber Transport in Weiherhammer. 30 LKW und 60 Fahrer gehören zu dem Familienbetrieb. Ein Betrieb, der wie viele in der Branche mit einem sogenannten „Dieselfloater“ arbeitet – das Unternehmen passt seine Preise also an die aktuellen Dieselkosten an und gibt sie an den Kunden weiter. Denn: Die hohen Spritpreise sorgen für erhebliche Mehrkosten.

20 Prozent teurer waren Kraftstoffe im März 2026 im Vergleich zum Vorjahresmonat, also im März 2025. „Das bedeutet für uns etliche Tausende Euro Mehrkosten“, erklärt Weber. Ohne den Dieselfloater würde es das Unternehmen wahrscheinlich nicht mehr geben. „Wir müssen diese Mehrkosten einfach weitergeben.“, so Weber.

Es ist eine Frechheit“

Aufträge oder Kunden weggebrochen seien bisher noch nicht, ist Katharina Weber froh – trotzdem mache sie sich Sorgen. Davor, dass Kunden sich die höheren Transportkosten nicht mehr leisten können oder wollen. Technologien wie Elektro- oder gar Wasserstoff-LKW seien momentan noch keine echte Alternative.

Also bleibt die Fahrt zur Tankstelle die einzige Option – und die ist teuer. „Es ist eine Frechheit, kann man schon fast sagen.“, kritisiert Weber und meint damit die Besteuerung von Kraftstoffen in Deutschland. Durch die niedrigeren Spritpreise in anderen Ländern seien Speditionsunternehmen aus Deutschland nicht mehr konkurrenzfähig.

Soweit Webers Forderungen bei unserem Gespräch am Freitag, noch bevor die Koalition heute folgendes beschlossen hat: Die Energiesteuer auf Kraftstoffe soll für zwei Monate gesenkt werden – um etwa 17 Cent pro Liter Diesel oder Benzin.

Inflation auf Höchststand seit Januar 2024

Dass Transportunternehmen ihre Mehrkosten weitergeben, spürt letztendlich der Verbraucher. Die Inflation lag im März bei 2,7 Prozent und damit so hoch wie seit mehr als zwei Jahren nicht mehr. Die Verbraucherzentrale Bayern erwartet deutlich höhere Preise beim Gang in den Supermarkt. „Vor allem bei den Lebensmittelpreisen rechnen wir mit Preissteigerungen“, erklärt Daniela Krehl von der Verbraucherzentrale Bayern. „Nicht nur wegen den Transportkosten, sondern auch weil die Preise für Dünger steigen.“

Was die Verbraucherzentrale besonders kritisiert: In der Corona- und der Ukrainekrise habe es auch Preissteigerungen gegeben, die nicht gerechtfertigt waren. Unternehmen hätten sich letztendlich an der Krise bereichert. „Der Lebensmittelhandel ist eine absolute Blackbox für uns Verbraucher“, erklärt Krehl. „Wir wissen nicht, wer da Gewinne abschöpft. Deswegen ist es wichtig, dass wir eine Preiskontrollstelle bekommen.“, so die Forderung der Verbraucherschützer. Damit es transparenter wird, wie Preise im Lebensmittelhandel entstehen.

Unsicherheit bleibt

Was Katharina Weber für die Speditionsbranche fordert: Dass die CO2-Steuer nicht mehr auf den Dieselpreis und auf die Maut berechnet wird. Außerdem betont sie als Vorständin des IHK-Gremiums Nordoberpfalz: Die Energiesteuer müsse für alle Betriebe dauerhaft gesenkt werden. Aber sicher ist auch: solange die Lage im Iran so unsicher bleibt, wird sich wohl auch die Stimmung in der Wirtschaft nicht bessern – und das spüren wir am Ende alle im Geldbeutel.

(az)

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