Die Stryker-Brigade soll Vilseck verlassen. Nachdem diese Meldung gestern gegenüber dem BR bestätigt wurde, ist die Unruhe im Ort groß. Die Frage lautet: Werden wirklich 5.000 US-Soldaten abziehen? Oder könnte US-Präsident Trump seine Meinung wieder ändern und den Abzug doch wieder abblasen? Offiziell bestätigt sind die Abzugspläne für Vilseck noch nicht. Bei Politikern, Einwohnern und Angestellten der US-Armee herrscht aktuell vor allem eines: Unsicherheit.
Kaufkraft der US-Amerikaner würde fehlen
Unter anderem auch bei den Leitern des Nahkaufs Stöhr in Vilseck. Etwa jeder dritte Kunde in ihrem Laden ist ein Amerikaner. Die Hiobs-Botschaft, dass 5.000 US-Soldaten Vilseck verlassen sollen, sorgt deswegen auch bei den Supermarkt-Betreibern für Bauchschmerzen. „Allerdings hat es vor einigen Jahren ja schon mal geheißen, dass Soldaten gehen werden und dann ist doch nichts passiert.“, beschreibt stellvertretender Leiter Raphael Luft die unsichere Gefühlslage.
Schon in seiner ersten Amtszeit hatte US-Präsident Donald Trump angekündigt, 4.500 Soldaten aus Vilseck abziehen zu wollen. Nach der Wahl von Joe Biden machte dieser die Entscheidung aber wieder rückgängig. Nun will Trump wohl Bundeskanzler Friedrich Merz für seine Kritik am Iran-Krieg bestrafen – auf Kosten von Vilseck. Viele Menschen, die am Dienstagvormittag im Ortskern unterwegs sind, erzählen uns: sie glauben noch nicht daran, dass die Pläne wirklich umgesetzt werden. Zu oft habe es in der Vergangenheit ähnliche Drohungen über Truppenabzüge gegeben.
„Maximale Unsicherheit“ auch bei Zivilbeschäftigten
Dass die Abzugspläne gar nicht erst in die Tat umgesetzt werden – darauf hofft auch Kathrin Birner von Ver.di. Die Gewerkschaft vertritt die rund 1.900 Zivilbeschäftigten in Vilseck und Grafenwöhr. Seit gestern klingelt das Telefon von Kathrin Birner noch häufiger als sonst, denn die Angestellten machen sich Sorgen, wie es weitergeht. „Die Stimmung ist katastrophal“, so Birner. Vor allem, weil es momentan noch keine bestätigten Fakten gebe.
Forderungen von CSU und Freien Wählern
Bundestagsabgeordneter Albert Rupprecht aus Weiden und Europa-Abgeordneter Christian Doleschal aus Tirschenreuth haben angekündigt, sich dafür einzusetzen, den Truppenabzug doch noch abzuwenden. Die Freien Wähler plädieren währenddessen dafür, sich auf einen Truppenabzug vorzubereiten: Generalsekretär Hans-Martin Grötsch und Landtagsabgeordneter Bernhard Heinisch fordern für den Fall eines Truppenabzugs Gelder des Bundes, um die Region zu unterstützen.
Und sie verweisen darauf, dass Hubert Aiwanger bereits 2020 Konzepte für die Truppenstandorte aufgestellt hätte. Aiwanger schrieb damals in einem Presse-Statement: „Um negative ökonomische und soziale Folgen abzufedern, steht betroffenen Regionen eine spezielle Sonderförderung für Militär- und Konversionsstandorte zur Verfügung.“
Von offizieller Seite ist noch nicht bestätigt, dass die Abzugspläne Vilseck betreffen sollen. Mindestens solange werden weiterhin Hoffnungen bestehen, dass der Truppenabzug auch diesmal nicht in die Tat umgesetzt wird.
(az)