So., 24.04.2016 , 08:00 Uhr

Im Dialog mit einem Mahnmal

Die Befreiung des Konzentrationslagers Flossenbürg jährt sich am 23.04.2016 zum 71. Mal. Anlässlich des Jahrestages organisierte die KZ Gedenkstätte Flossenbürg ein Zeitzeugengespräch mit Michael Smuss in der Wirtschaftsschule in Weiden.

Schüler aus zwei Klassen bekamen die Gelegenheit, die bewegende Geschichte des Überlebenden Smuss zu hören. Er überlebte den Aufstand in den Warschauer Ghettos, war in den Konzentrationslagern Lublin, Maidanek und Plaschov inhaftiert und kam schließlich 1943 in das Konzentrationslager in Flossenbürg.

Zur Zeit der Warschauer Ghettos überlebte er durch sein handwerkliches Geschick. Arbeiter waren gesucht, er war begabt und arbeitete an der Drehbank. Als klar wurde, dass die Menschen in den Ghettos nach und nach umgebracht wurden, habe er beschlossen, sich zu wehren. Er sammelte zusammen mit anderen Jugendlichen Waffen, bastelte Moltow-Cocktails, versteckte sich und überlebte so tatsächlich. (eg)

Zusätzlich spielte ihm der Zufall – oder wie er es nennt: Gottes Gnade – in die Hände: Er war einer der letzten Menschen im Warschauer Ghetto, zehntausende waren bereits gestorben. Die Nazi-Funktionäre wollten über das vermeintlich erfolgreiche Ghetto positiv berichten und organisierten einen Pressetermin. Um die grausamen Umstände zu verschleiern, bekamen die Überlebenden Essen und neue Klamotten und wurden freundlich zu den Zügen in Arbeitslager begleitet.

Auch dort sicherten sein Fleiß und seine Begabung sein Überleben. Er musste arbeiten und blieb so am Leben.

Michael Smuss lebt heute mit seiner zweiten Frau in Israel. Noch immer quälen in Albträume. Die Nächte brächten in meist nach Flossenbürg, so der 90-Jährige.(eg)

Arbeitslager Befreiung Danzig Deportation Flossenbürg Israel Jude Konzentrationslager Michael Smuss Nationalsozialismus Nazi-Regime NS Oberpfalz OberpfalzTV OTV Ruthy Smuss Schueler Schule Smuss Todesmarsch Ursula Soderer Warschauer Ghetto weiden Wirtschaftsschule Weiden Zeitzeuge Zeitzeugengespräch Zwangsarbeit

Das könnte Dich auch interessieren

03.12.2025 00:37 Min Weiden bekommt seine vorerst letzten 14 Stolpersteine Es sind die vorerst letzten Stolpersteine der Stadt Weiden. 14 weitere kleine Denkmäler liegen nun an den ehemaligen Wohnorten der jüdischen Opfer des Nationalsozialismus. Schüler der Wirtschaftsschule Weiden haben die Verlegung begleitet und erzählten mit einer Inszenierung die Geschichte von Klara Thomé. Sie lebte einst hier in der Bahnhofstraße 11 und wurde 1944 in Auschwitz 16.06.2025 00:33 Min Friedliche Demo für Gaza Die Eskalation im Nahen Osten beschäftigt auch die Menschen in unserer Region. In Weiden hat eine Gruppe friedlich gegen das Vorgehen der israelischen Regierung in Gaza demonstriert. Laut Polizei haben sich um die 125 Menschen an der Demo beteiligt. Eine „unangemeldete Gegendemonstration“ bestehend aus zwei Männern mit Israelfahnen auf DIN A4 Blättern wurde von der 15.01.2026 00:43 Min Vertrag steht – Neubau der Scholl-Realschulen kann kommen Der Startschuss für den Neubau der Weidener Hans- und Sophie-Scholl-Realschulen ist gefallen. Heute haben Oberbürgermeister Jens Meyer und Geschäftsführer der Immobilienfirma VINCI Facilities Christian Biegert den Vertrag offiziell unterzeichnet. Damit sollen die maroden Realschulen ersetzt werden und moderne Lernräume für die nächsten Generationen Weidener Schüler entstehen. Die Diskussion rund um den Neubau beschäftigt die Stadt 29.12.2025 00:25 Min Ehrenzeichenverleihung im Neuen Rathaus Im neuen Rathaus in Weiden hat Oberbürgermeister Jens Meyer vier Frauen und Männer für ihre Verdienste im Ehrenamt mit dem Ehrenzeichen des Bayerischen Ministerpräsidenten ausgezeichnet. Neben dem Ehrenzeichen und einer Urkunde haben die Ehrenamtlichen noch eine Flasche Wein von Bürgermeister Lothar Höher erhalten. Das Ehrenzeichen wird seit 1994 verliehen, um langjähriges und herausragendes ehrenamtliches Engagement