Alkoholfreies Bier könnte für junge Leute künftig weniger das klassische Helle ersetzen als vielmehr Cola oder Limo. Diese Hoffnung hat zumindest Maximilian Winkler, Chef der Amberger Brauerei Winkler. Ab Mitte Februar will der Betrieb zum ersten Mal alkoholfreies Bier in die Getränkemärkte bringen. Schon jetzt gab es einen kleinen Testlauf, und die Winkler-Fans nahmen das neue Produkt gut an.
Tatsächlich verändert sich das Trinkverhalten in der Oberpfalz spürbar – vor allem bei jungen Menschen. Immer weniger Angehörige der Generation Z trinken Alkohol und insbesondere Bier. Laut Statista trinken rund 38 Prozent der Baby-Boomer-Generation regelmäßig Bier, bei der Generation Z sind es nur noch 24 Prozent. Hinzu kommt der Trend des „Dry January“, bei dem viele Menschen den gesamten Januar über bewusst auf Alkohol verzichten.
Herausforderungen, aber kein Todesurteil
Diesen Rückgang spüren auch regionale Brauereien wie die Amberger Brauerei Winkler. Dennoch blickt Maximilian Winkler vergleichsweise gelassen in die Zukunft. Große Sorgen mache er sich nicht, betont der Brauereichef. Vor allem im ländlichen Raum würden die Menschen nach wie vor zu den regionalen Brauereien stehen. Mischgetränke und alkoholfreie Biere wären außerdem ein guter Ausgleichshebel, denn beide gewinnen immer mehr an Bedeutung.
Der Wandel stellt Brauereien zweifellos vor Herausforderungen. Doch der Trend der Generation Z allein wird kaum eine Brauerei ins Verderben stürzen. Vielmehr zeigt sich: Wer zu seinem Traditionsprodukt steht und gleichzeitig Veränderungen im Markt im Blick behält, der kann auch in Zeiten veränderter Trinkgewohnheiten bestehen.
(sb)