Di., 24.03.2026 , 15:12 Uhr

Thanstein

Kein Bürgermeister in Thanstein nach Urwahl – alles auf Anfang

In Thanstein gibt es nach der Kommunalwahl noch keinen neuen Bürgermeister: Nachdem keine Partei Kandidaten aufgestellt hatte, hat auch eine Urwahl keinen Wahlsieger hervorgebracht. Wir erklären, wie es nun weitergeht.

Die Kommunalwahl liegt hinter uns, aber ein Ort in der mittleren Oberpfalz steht immer noch ohne Bürgermeister da: Thanstein im Landkreis Schwandorf. Dort wurden die Bürger zu einer Urwahl gerufen – denn im Vorfeld hatte keine Wählergemeinschaft einen Bürgermeisterkandidaten aufgestellt. Für die Wähler hieß das: Sie durften keine Kreuzchen auf dem Wahlzettel machen, sondern den Namen ihres Wunschbürgermeisters aufschreiben – und das haben die Thansteiner auch getan: Rund 60 verschiedene Namen haben sie auf den Wahlzettel geschrieben.

Trotzdem wird vorerst keiner von ihnen Bürgermeister, denn: „Es hat keine der genannten Personen die absolute Mehrheit erreicht“, erklärt der aktuelle Bürgermeister Walter Schauer. „Die beiden Kandidaten mit den meisten Nennungen hätten in eine Stichwahl gehen müssen. Einer von beiden hat aber gleich abgelehnt und gesagt, dass er das Amt nicht mit seinem Beruf vereinbaren kann.“ Dementsprechend kann es keine Stichwahl geben und die Wahl muss nochmal wiederholt werden, so Schauer.

Amt ist zeit- und kraftintensiv

Am meisten Stimmen bei der Urwahl hat Michael Brandl mit 29,1% bekommen. Er sitzt bereits für die Christliche Wählergemeinschaft Kulz im Gemeinderat. Auf ihn folgte Christian Obermeier von der Freien Wählergemeinschaft Thanstein mit 16,4 % der Stimmen.

Bürgermeister Walter Schauer hat mit beiden nach der Urwahl gesprochen. Er kann verstehen, warum jemand es ablehnt, Bürgermeister zu werden. „Ich rate natürlich schon dazu, das Amt zu übernehmen. Aber ich bin auch so fair, dass ich sage, was für Konsequenzen das hat.“, erklärt Schauer. Die Familie stehe dann hinten an, an erster Stelle stehe immer das Bürgermeisteramt. Und auch beruflich sei es nicht immer möglich, auf Teilzeit zu reduzieren, um die Zeit für das ehrenamtliche Bürgermeisteramt aufzubringen.

Schauer weiß wovon er spricht. Er sitzt bereits im Gemeinderat, seit er 25 Jahre alt war. Für sechs Jahre war er außerdem zweiter Bürgermeister, für 12 Jahre erster Bürgermeister. Schauer kennt die Schattenseiten dieses herausfordernden Amtes – aber auch die schönen Seiten. Thanstein habe gut Schulden abgebaut und sei nun finanziell handlungsfähig, betont Schauer.

Alles auf Anfang

Wie geht es nun weiter? Es kommt nicht automatisch zu einer erneuten Urwahl. Stattdessen beginnt das Wahlprozedere komplett von vorne. Die Wählergemeinschaften sind also erneut aufgerufen, Kandidaten aufzustellen. Eins ist aber definitiv ausgeschlossen, erklärt Bürgermeister Schauer: Dass er noch weiter im Amt bleibt. „Ich bin 67 Jahre alt und habe nicht mehr die Kraft und die Zeit dafür“, so Schauer.

Das bedeutet nun: Der neu gewählte Gemeinderat wird zu seiner konstituierenden Sitzung zusammenkommen und einen zweiten und dritten Bürgermeister wählen. Diese werden die Amtsgeschäfte vertretend leiten, bis es einen neuen ersten Bürgermeister gibt. „Egal, wie lange das dauert“, erklärt Schauer. „Ich bin aber schon optimistisch, dass sich bei der nächsten Wahlwiederholung ein Bürgermeister finden wird.“ Der neue Wahltermin für Thanstein ist der 14. Juni.

(az)

Bürgermeister gesucht Bürgermeister Thanstein Bürgermeisterwahl Christliche Wählergemeinschaft Kulz Kein Bürgermeister gefunden Kommunalwahl 2026 Oberpfalz Oberpfalz TV OTV Thanstein Urwahl Wahlwiederholung Walter Schauer

Das könnte Dich auch interessieren

24.03.2026 04:00 Min Weiden wählt den Wechsel Nach 19 Jahren Vorherrschaft der SPD, ist Weidens Oberbürgermeister Jens Meyer abgewählt worden. In der Stichwahl am Sonntag bekam er nur 5169 Stimmen, das sind gut 34 Prozent der gültigen Stimmen. Eine deutliche Niederlage gegen Dr. Benjamin Zeitler von der CSU, der 66 Prozent der Stimmen (9882) bekam. Auch im neuen Stadtrat ist die SPD 23.03.2026 02:17 Min Wechselstimmung macht Amtsinhaber zu Verlierern Er könne aufrecht aus dem Rathaus gehen, sagt Joachim Neuß. Nach 18 Jahren wollen die Auerbacher offensichtlich einen Wechsel an der Spitze im Rathaus. Vielleicht war es die Krankenhaus-Thematik, vielleicht die generelle politische Unzufriedenheit, vielleicht hat die CSU mehr überzeugt:  Joachim Neuß jedenfalls ist abgewählt. Wahlsiegerin Birgit Barth freut sich standesgemäß über den Wahlsieg, klopft 23.03.2026 02:42 Min Reaktionen und Analysen von einem historischen Wahlabend Michael Fritz vor Stefan Ott – wer hätte gedacht, dass die Stichwahl so ausgeht? Vor zwei Wochen noch fielen 40,8 Prozent der Stimmen auf den CSU-Oberbürgermeisterkandidaten Stefan Ott und nur 13,8 Prozent auf Michael Fritz von den Freien Wählern. Gestern aber setzte sich Fritz mit 54,6 Prozent durch. Es kommt einem politischen Paukenschlag gleich. Immerhin: 23.03.2026 03:34 Min CSU verliert, alle anderen jubeln: Stichwahlen im Landkreis Schwandorf Die Stichwahlen im Landkreis Schwandorf waren spannend wie kaum sonst wo. Sie haben gezeigt: Sowohl in Schwandorf, als auch in Burglengenfeld, haben die Wähler die alteingesessene CSU erstmal satt. Im Zentrum steht Andreas Feller. Zwölf Jahre lang Oberbürgermeister n Schwandorf, dann von der eigenen Partei, der CSU, aus dem Rennen genommen. Was wie ein politisches